Standstill - Memories collector

Standstill- Memories collector

Defiance / Zomba
VÖ: 01.07.2002

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Stillstand ist der Tod

So gut wie jede Band, die sich das Leitmotiv "Selbstreflexion" auf die Fahnen schreibt, bekommt das Etikett "Emo" aufgedrückt. Dementsprechend könnte man Standstill auch milde lächelnd als Gefühls-Combo abtun, täte man der Band aus Barcelona damit nicht verdammt unrecht. Denn die Bandbreite der Emotionen auf "Memories collector" ist mit den üblichen Emo-Werkzeugen überhaupt nicht zu umfassen.

Das zweite Album der Spanier läßt zwar im Vergleich zum Debüt "The ionic spell" öfter die Brachialgitarren ruhen, hat aber trotzdem einiges an Verzweiflung und Wut zu bieten. Allerdings setzt die Band diese lakonischer um als der Durchschnitt. Standstill machen einfach, ohne unnötig viel heiße Luft zu produzieren. In den wütenden Momenten fühlt man sich, als würde man im Moshpit durch den Raum geschleudert, die ruhigeren lassen einen fast apathisch lauschen. Die zehn Songs - einer davon instrumental ("Welcome") - klingen genau so, wie sie es müssen. Von dieser Fähigkeit profitiert "Memories collector" genauso wie At The Drive-Ins großartiges "Relationship of command", dessen Einfluß wohl am auffälligsten in "Ride on slope" durchdringt.

"Not the place" tritt noch ein wenig aus dem Glanz der übrigen Stücke heraus ins grelle Licht und macht den Weg called Marschrichtung sichtbar. Hier werden experimentellere Einflüsse mit rhythmischen Passagen, den Ausbrüchen und den beseelteren Momenten kombiniert, so daß die Fixpunkte der Platte in einem einzigen Song komprimiert werden. Und in besagten Fixpunkten ist wohl auch das versteckt, was sich als eine Art subtile Hoffnung charakterisieren läßt. "I'll take the pictures of your glory days / I'll take the pictures of your loneliness" heißt es in "Skies and a mouse". Wieder einmal beschreiben die Worte akkurat, worum es hier geht. Und zwar um das Auf und Ab, das Für und Wider und all das, was dazwischen liegt. So muß Musik klingen, die sich Gefühle traut. Und dafür braucht man noch nicht einmal die drei Buchstaben.

(Laura Scheiter)

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Highlights

  • Ride down the slope
  • Skies and a mouse
  • Not the place

Tracklist

  1. Ride down the slope
  2. Always late
  3. Dead man picture
  4. Two poems
  5. Skies and a mouse
  6. Welcome
  7. Not the place
  8. Mathusalem syndrome
  9. Memories collector
  10. Airplane

Gesamtspielzeit: 40:44 min.

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User Beitrag
Pure_Massacre
2002-07-11 21:35:36 Uhr
So, mittlerweile hab ichs mir besorgt und muss sagen, dass es wirklich ein gutes Album geworden ist.
Armin
2002-07-08 23:38:20 Uhr
Dann kannst Du Dir wohl getrost das Album holen. Die Bewertung wird im oberen Drittel liegen.
Pure_Massacre
2002-07-08 23:23:30 Uhr
Dann muss ich mich wohl noch ne Woche gedulden....
Die ersten Songs die ich gehört habe klangen auf alle Fälle vielversprechend.
Armin
2002-07-08 20:14:49 Uhr
Beim nächsten Mal dann. Ist zwar so gut wie, aber eben nicht ganz rechtzeitig fertig geworden.
Pure_Massacre
2002-07-08 20:08:16 Uhr
Wann kommt denn nun die Rezi???
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