Shit Robot - We got a love

Shit Robot- We got a love

DFA / [PIAS] Cooperative / Rough Trade
VÖ: 14.03.2014

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Discotizer

Der irische DJ und Produzent Marcus Lambkin alias Shit Robot kennt das Spiel. Seit langer Zeit aktiv, hat er Trends und Subgenres in der elektronischen Tanzmusik kommen und gehen sehen. Das Prinzip blieb jedoch stets identisch: Bassdrum von eins bis vier, Snare nur bei geraden Zahlen, Hihat dazwischen. Die Kunst ist nun, das Konstrukt zum Leben zu erwecken. Lambkins Ansatz ist, wie ein Blick auf sein Label DFA Records vermuten lässt, analoger Natur. Wo andere sich hinter Monitoren und emulierten Synthesizern verschanzen, dreht er noch ganz altmodisch an Plattentellern und Rädchen, bis der Sound stimmt und die Menge tanzt.

Folgerichtig knarzt und pluckert es auf seinem zweiten Soloalbum "We got a love" an allen Ecken und Enden. Während technoide Elemente in Form von knurrigen TB-303-Linien nur am Rande stattfinden, stehen housige Grooves und Harmonien im Mittelpunkt des Shit-Robot-Sounds. Der Einsatz von analogen Bässen und klassischen House-Keyboards mag beim ersten Hören etwas altbacken wirken, seine Wirkung verfehlt er jedoch keineswegs. Jeder der neun Tracks ist ungemein catchy und tanzbar, wobei besonders jene Stücke herausragen, in denen Lambkin zum stoischen Rhythmus die passende Gaststimme gewinnen konnte.

So macht das samtige Organ des House-Urgesteins Lidell Townsell aus dem furztrocken pumpenden "Do it (right)" eine Partyhymne, die generationsübergreifend zur Arschbewegung einladen dürfte. Labelkollege Luke Jenner (The Rapture) leiht sein Falsett für "Feels real" und liefert hierbei eine Performance ab, die ihm - hieße er Gibb mit Nachnamen - eine Mitgliedschaft bei den Bee Gees ermöglicht hätte. Ebenso traditionsbewusst zeigt sich der fäkale Roboter in dem Discofunk-Schwofer "Do that dance", in welchem funky Gitarren mit der unterkühlt-lasziven Stimme der Vokalistin Nancy Whang um die Aufmerksamkeit des Hörers buhlen.

Nur zwei Tracks auf "We got a love" bleiben instrumental: "Space race" und "Tempest" sind tiefe Verbeugungen vor den "krautigeren" Einflüssen des seit geraumer Zeit in Deutschland lebenden Lambkin. Bei allem Minimalismus und aller offenkundigen Liebe für klassischen House ist Marcus Lambkin aber in erster Linie ein meisterhafter Soundtüftler, dem es gelingt, den Staub von den alten Maschinen zu blasen und ihnen mit modernen Tricks und ganz viel Soul neues Leben einzuhauchen. Wenn die Tüftelei dann auch noch jede Menge Ohrwürmer abwirft, kann das ihm und allen geschichtsbewussten Freunden des Vierviertelprinzips nur Recht sein. Scheiße ist der Roboter nur dem Namen nach.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • Do it (right)
  • Dingbat
  • Do that dance
  • Feels real

Tracklist

  1. The secret
  2. Dingbat
  3. Do that dance
  4. Do it (right))
  5. Feels real
  6. Space race
  7. Feels like
  8. We got a love
  9. Tempest

Gesamtspielzeit: 52:39 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Christopher

Postings: 1150

Registriert seit 12.12.2013

2014-03-12 10:47:17 Uhr
Gutes Album. ;)

Ne Empfehlung für alle, die organischen House und Discofunk mögen.

Armin

Postings: 15703

Registriert seit 08.01.2012

2014-03-11 21:42:22 Uhr
Frisch rezensiert!

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