Sons Of the Sea - Sons Of the Sea

Sons Of the Sea- Sons Of the Sea

Membran / Sony
VÖ: 28.02.2014

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Nackedei-Solo

Brandon Boyd – Sex-Symbol, Incubus-Frontbeau und mittlerweile Werbegesicht eines Post-Kelly-Family-Second-Hand-Movements – begibt sich auf Solopfade. Er möchte Neues ausprobieren. Künstlerische Visionen realisieren. Seinen Sixpack ... pardon ... seine kreativen Kapazitäten erforschen. Sinnvoll wäre, eine Crowdfunding-Initiative zu starten. Für Boyd gilt nämlich das Gleiche, was Mogwai über ihre Landsmänner Biffy Clyro neckisch bemerkten: zwingend Geld für neue T-Shirts aufzutreiben. Wie die drei Lieblingsschotten geizt auch Boyd nicht mit seinen männlichen Reizen. Too much testosterone und so. Denn schlägt man die schicke Digi-Verpackung von Sons Of The Sea auf, kann man erneut den nackigen Oberkörper des Sängers samt Brust- und Achselpelz auf einem intimen Schnappschuss in einer Pose bestaunen, die Sallys Restaurant-Orgasmus aus dem Film "Harry and Sally" rasch vergessen macht. So oder anders: kleine Verulkungen im Bereich des Off-Topic-Gossip mögen verziehen werden. Wir meinen es ja schließlich nicht so, denn Brandon Boyd gehört zu den Guten.

Wer oder was genau sind Sons Of The Sea? Eine kurze Erläuterung: Schon während den Aufnahmen des letzten Opus seiner Hauptband "When not now, when?" setzte sich Boyd mit dem Incubus-Haus-und-Hof-Über-Produzenten Brendan O'Brien (Pearl Jam, Stone Temple Pilots, Rage Against The Machine, AC/DC, Mastodon) zusammen. Sie schrieben Lieder, die sie liebevoll als "Oddball Pop" bezeichnen, schnappten sich Josh Freese, den vermutlich besten Studio-Drummer aller Zeiten und begaben sich sodann in die Aufnahme-Räumlichkeiten. Heraus kamen zehn perlenschöne, gegen jeglichen Mainstream-Scheiß widergebürstete Popnummern, die in ihrem für O' Brien typischen Klang sowie mit Boyds einladender Stimme begeistern. Der Frühling ist jetzt offiziell eingekehrt. Beim Hören von "Sons Of the Sea" ohnehin jedesmal.

Mit "Jet pack crow" beschallen Boyd und O'Brien die Slalom-Fahrten der Verliebtheit stampfend und verspielt mit einer mitreißenden Euphorie, wie sie manch eine/r auf "When not now, when?" vermisste: weltoffener Refrain, pochende Drums und unbedingte Lebensbejahung. "Space and time" dringt in dezenter Beatles-Manier in die Gefilde der persönlichen Wahrnehmung von emotionalem Druck und Zeitmangel vor. Boyd beschreibt es simpel: Es gibt genug Zeit und Raum, alles zu tun, man muss nur den eigenen Blickwinkel verändern. Dazu passen die windenden, ruhigen Melodien von "Untethered", die mit den akustischen Gitarren von "Plus minus" die große Bühne für das noch größere "Great escape" bereiten, das mit raumfüllenden Gesten, sachter Elektronika und pochendem Rhythmushaushalt die cheesy Disco-Catchyness der Single "Come together" vorbereitet.

Die kraftstrotzende Pianoballade "Avalanche" gibt den dominanten dunklen Synthie-Klängen von "Lady black" den nötigen Vorschwung, damit Sons Of The Sea das versöhnlich angestimmte Leonard-Cohen-Cover "Hey, that's no way to say goodbye" intonieren können. Zudem haben sich die beiden produktiven Köpfe nicht lumpen lassen, das begeisterte Fan-Herz gleich mit drei Akustik-Versionen als Bonus-Beigabe aufgehen zu lassen. Incubus bekommen mit Sons Of The Sea zwar keine Konkurrenz, warum sollten sie auch? Aber eine überraschende Abrundung allemal. Nur über die Sache mit den T-Shirts sollte noch einmal nachgedacht werden.

(Peter Somogyi)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Jet black crow
  • Great escape
  • Lady black

Tracklist

  1. Jet black crow
  2. Space and time
  3. Untethered
  4. Plus minus
  5. Great escape
  6. Come together
  7. Where all the songs came from
  8. Avalanche
  9. Lady black
  10. Hey, that's no way to say goodbye
  11. Space and time (Acoustic)
  12. Come together (Acoustik)
  13. Lady black (Acoustic)

Gesamtspielzeit: 50:13 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
pop unknown
2014-03-20 10:24:51 Uhr
Referenzen = MEGALULZ

nörtz

Postings: 5251

Registriert seit 13.06.2013

2014-03-11 19:28:56 Uhr
Irgendwie lahm. Klingt für mich wie Musik aus längst vergangenen Zeiten.

Andi

Postings: 87

Registriert seit 14.06.2013

2014-03-10 16:35:43 Uhr
Glattgebügelte Fahrstuhlmusik, Josh Freese hin oder her. Brandon Boyd braucht seine Band.

Bonzo

Postings: 1449

Registriert seit 13.06.2013

2014-03-07 09:11:53 Uhr
Soll "30 Minutes to Mars" in den Referenzen einfach nur ein ziemlich dämlicher Scherz sein?

Armin

Postings: 15233

Registriert seit 08.01.2012

2014-02-11 19:32:24 Uhr
Liebe Musikfreunde,

mit SONS OF THE SEA begibt sich Incubus-Frontmann Brandon Boyd auf Solopfade. Das Projekt, das er zusammen mit Produzent Brendan O’Brien umgesetzt hat, und das sie scherzhaft als „Oddball Pop“ bezeichnen.

Der Videoclip zu der ersten Single "Come Together" ist hier einsehbar: : http://www.youtube.com/watch?v=N6AN1rAtrDs

Der Song stammt aus dem hierzulande am 28.02.2014 erscheinenden selbstbetitelten Album auf Avow! Records / Membran

Auf Sons Of The Sea fängt Brandon Boyd ein, was ihn im Kern ausmacht. Man könnte es eine Introspektive des Künstlers, Autors, Aktivisten, Umweltschützers und Surfers nennen, der sich mit seinen neuen Songs vielseitig zeigt und seine breiter gefächerten Interessen beleuchtet. Boyd, der als Sänger von Incubus nicht nur Millionen Platten verkauft, mit Songs wie „Drive“ oder „Love Hurts“ so manchen Radiohit hatte, weltweit tourt und auf den größten Festivals spielt, dehnt im übertragenen Sinne seine kreativen Muskeln und wagt einen Ausflug in die neuen Gefilde der Solomusik.

Weitere Infos:
https://www.facebook.com/SonsOfTheSeaBrandonBoyd

Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Threads im Plattentests.de-Forum

Anhören bei Spotify