Aya - A flower in the battlefield

Aya- A flower in the battlefield

Ariola / BMG
VÖ: 08.07.2002

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Reisbrett

Das war sie also, die erste Fußballweltmeisterschaft auf asiatischem Boden. Alles in allem doch eine spaßige Sache, vor allem wenn man an das sang-, klang- und bisweilen gar torlose Ausscheiden des ein oder anderen Topfavoriten zurückdenkt. Oder "Paroli laufen läßt", wie Rudis wildes Rudel mit Glanz, Gloria und gehörigem Glück bis ins Finale vorpreschte. Selbst im größten Siegestaumel unerträglich blieb und bleibt allerdings, was uns der laufende Soul-Meter Anastacia als offiziellen WM-Song vorsetzte. Nicht nur, daß die blonde Brillengiftschlange außer zwei bedingt prallen Bällen jeglichen Bezug zu König Fußball vermissen läßt, ihr "Boom" ist auch noch eine ähnlich schlimme Lärmbelästigung wie ein hupender Autokorso besoffener Teutonen, die einen weiteren 1:0-Sieg gebührend bejubeln. We're outta love, set us free.

Wie wäre es denn stattdessen hiermit gewesen, liebes WM-Song-Vergabe-Komitee? Aya heißt eine blutjunge Frau, die passenderweise aus dem Land stammt, das uns einst den Reiswein bescherte, vom Fußball auch nicht weniger Ahnung als Anastacia haben kann und noch dazu mit durchaus genießbarer Musik aufwartet. Zugegeben, die positive Auswirkung japanischer Lyrics auf die weltweite Massenkompatibilität eines Musikacts muß erst noch bewiesen werden, dafür erfährt Aya auf ihrem Debüt "A flower in the battlefield" jedoch prominenteste Rückendeckung. Nicht nur - Trommelwirbel - Ex-Soundgarden-Mitglied Kim Thayil hat seinen Sechssaiter entstaubt, auch - Fanfare - Pearl Jam-Schlagzeuger Matt Cameron hat bereitwillig zu den Drumsticks gegriffen. Nicht verschwiegen werden soll an dieser Stelle auch die Mitarbeit eines gewissen - Tusch - Chris Novoselic, der irgendwann mal bei einer Nachwuchstruppe namens Nirvana Baß gespielt haben soll. Oder wie die nochmal hießen.

Was also von Seattle noch übrig ist, krempelt für Aya die Ärmel seiner Holzfällerhemden hoch und macht "A flower in the battlefield" zu einer standesgemäß vor sich hin rumpelnden Grungescheibe. Gratis dazu gibt es eine Extraportion lärmender Gitarren und enthusiastisch eingeworfener Flitzefinger-Soli. Bei aller Prominenz ist es jedoch stets die Stimme der kleinen Aya, die für mitreißende Hooklines wie jene aus dem forschen Geradeaus-Rocker "Hands" geschaffen scheint. Beinahe vergißt man, daß "A flower in the battlefield" in seiner Gesamtheit zwar schwer solide, aber auch denkbar unspektakulär vor sich hin rockt. So können Stücke wie das wuchtige "Rabbi doll" einen schon mal ordentlich durchschütteln. Dennoch schaffen sie es nicht, sich auf längere Zeit im Gedächtnis ihrer Zuhörer zu verankern. Aus den Ohren, aus dem Sinn. Schade eigentlich. Denn eins hat Aya nicht zu knapp: Feuer.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Hands
  • Rabbi doll
  • King of pain

Tracklist

  1. Prisoner
  2. Hands
  3. Sentaku no asa
  4. Saboten no uta
  5. May day
  6. Rabbi doll
  7. Angerica
  8. Jona no nikki
  9. King of pain
  10. Crazy mermaid
  11. Fukai ai

Gesamtspielzeit: 48:55 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
max
2002-07-22 22:03:09 Uhr
wah. Habs mir heute beim Probehören angehört. Hab mich bei der Stimme voll erschreckt, die passt nciht zu dem Cover(mit den blauen Kontaktlinsen). Aber blah. Ich fand es ganz subjektiv blöd.
Armin
2002-07-21 23:06:57 Uhr
Ja. Daniel Gerhardt. Hier. Deckt sich übrigens mit meiner Meinung.
Maja
2002-07-21 11:13:23 Uhr
Hat schon wer das Album gehört und kann seine persönliche Meinung dazu abgeben?
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