Malia & Boris Blank - Convergence

Malia & Boris Blank- Convergence

Universal
VÖ: 24.01.2014

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Zwei sind einer zu viel

Eine Stimme, deren Temperament die Sonne zum Aufgehen bringen könnte - mehr braucht Malia nicht, um von der ersten Sekunde an zu fesseln. Trotzdem griff sie in der Vergangenheit immer wieder zu neuen Methoden, ihre Stimme neu und den Jazz anders erklingen zu lassen. Nach nostalgischen Ausflügen in zurückliegende Zeiten verschlägt es Malia diesmal bis in die Unendlichkeit und noch viel weiter. Unterstützung erhält sie dabei von Yello-Gründungsmitglied und -Kopf Boris Blank, der mit seinem Synthesizer versucht, mehr in den Vordergrund zu rücken als er sollte.

Bereits der Opener "Celestial echo" entpuppt sich dank elektronischer Untermalung als dudelnde Loungemusik, während Malia tapfer dagegen ankämpft. Sie schafft es sogar, den Synthesizer völlig aus den Köpfen zu verdrängen und stellt womöglich den Titelsong zum nächsten James Bond-Film auf die Beine. "I'm the mad storyteller", haucht sie so souverän und ausdrucksstark, wie es heutzutage wohl sonst nur eine Adele schafft. Malia hat das Talent, nachdem sich Tausende sehnen. Und sie würde es vermutlich auch schaffen, eine Bühne ganz alleine auszufüllen, während sie ihre mit Schmerz und Liebe erfüllten Geschichten erzählt.

"Touching ghosts" ist nur eine davon. Malia beobachtet Schneeflocken und wartet sehnsüchtig darauf, dass ihre große Liebe zurückkehrt. Besonders hier hätte es nicht Blanks fast schon peinlich unpassende Untermalung gebraucht, sondern allenfalls zurückhaltende Streicher. Ist das jetzt Kunst oder Krieg? So oder so hält die malawische Sängerin den Sieg sicher in der Hand. Ihre Stimmgewalt erstreckt sich über die gesamte Spielzeit von "Convergence" und lässt den Elektro-Pionier der 80er Jahre dabei älter aussehen als die Galapagos-Schildkröte George. Auch im soulig-beschwingten Stück "I feel it like you" ergattert Malia wieder die Hauptrolle und wird sanft von ihren Backroundsängerinnen begleitet. Nur bei dem Peggy-Lee-Cover von "Fever" schaffen Blank und Malia ein perfektes Zusammenspiel. Der elektronische Bass verleiht dem Klassiker eine neue Frische und macht ihn sogar Club-tauglich.

Am Ende gewinnen bei "Convergence" aber sowieso alle. Immerhin werden Yello-Fans hier durchgehend mit dem charakteristischen Sound des Duos versorgt. Gebraucht hätte Malia diese Unterstützung jedoch nicht zwangsläufig, schließlich wird alles außer ihrer Stimme ohnehin die meiste Zeit ausgeblendet. Und wessen Herz sie damit immer noch nicht erobert hat, der hat vermutlich auch keins.

(Lena Zschirpe)

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Highlights

  • Celestial echo
  • I feel it like you
  • Fever

Tracklist

  1. Celestial echo
  2. Embraceable moon
  3. I feel it like you
  4. Touching ghosts
  5. Claire cadillac
  6. Raising venus
  7. Fever
  8. Smouldering ashes
  9. Magnetic lies
  10. Tears run dry
  11. Turner's ship

Gesamtspielzeit: 44:36 min.