You Me At Six - Cavalier youth

You Me At Six- Cavalier youth

BMG / Rough Trade
VÖ: 31.01.2014

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Wie die Zeit vergeht

Wir wussten es. Irgendwann hauen wir die selben Sprüche raus wie unsere Eltern und schon deren Eltern. Aber in diesem Fall darf die Platitüde ruhig sein: "Sie werden ja so schnell erwachsen." Die Rede ist nicht von der kleinen Anna von nebenan, die kürzlich noch mit dem Dreirad die Einfahrt unsicher machte und jetzt schon Mutters Schminkschatulle plündert. Nein, es geht in diesem Fall um You Me At Six. Mit jedem neuen Album entwickeln sich die immer noch jungen Briten weiter in Richtung Ernsthaftigkeit, und ihr Publikum darf ihnen bei Aufwachsen zuhören.

Wo "Hold me down" vor vier Jahren noch konventionell Emo-poppig daherkam, traute sich "Sinners never sleep" schon mehr Variation in Sachen Sound und Songwriting zu. Auf dem neuesten Werk "Cavalier youth" taucht das Quintett aus Surrey nun noch tiefer in molligen Alternative-Rock ein. Und der steht You Me At Six alles andere als schlecht. Im bissigen "Room to breathe" etwa sägen die Gitarren mit Sänger Josh Franceschi auf fast schon grungige Weise um die Wette. Und die Single "Fresh start fever" oder das schmissige "Love me like you used to" haben tatsächlich Hummeln im Hintern.

Dass die smarten Briten ihre Songs immer noch der Maxime der Radiotauglichkeit unterordnen, ist ebenso wenig überraschend wie schlimm. Wenn dabei starke Hymnen wie der schwelgerische Opener "Too young to feel this old" oder der kraftvolle Ohrwurm "Lived a lie" herumkommen, gerne. Leider rutschen You Me At Six aber auch anno 2014 noch Songs aus der Feder, die dem Album die Flügel für höhere Weihen stutzen. "Win some, lose some" ist so ein simpel gestricktes Stück, das böse Zungen auch als "dumpfbackig" bezeichnen könnten. Mit "Carpe diem" hingegen kommt die Band beim weiblichen Publikum auf Erstsemester-Parties sicherlich bestens an, aber angesichts des zuvor mehrfach angedeuteten Potenzials muss man auch hier enttäuscht sein. Wie man es stilvoller macht, beweist das wohlig in den Sonnenuntergang schunkelnde "Wild ones" ganz am Ende des Albums.

You Me At Six bleiben also auch mit "Cavalier youth" das Bayer Leverkusen des britischen Rock: Das Potenzial für ganz oben ist da, aber immer wieder bringt sich die junge Truppe selbst um den Triumph. Aber wir wissen ja: "Gut Ding will Weile haben." Sagten schon unsere Eltern immer.

(Mark Read)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Lived a lie
  • Room to breathe

Tracklist

  1. Too young to feel this old
  2. Lived a lie
  3. Fresh start fever
  4. Forgive and forget
  5. Room to breathe
  6. Win some, lose some
  7. Cold night
  8. Hope for the best
  9. Love me like you used to
  10. Be who you are
  11. Carpe diem
  12. Wild ones

Gesamtspielzeit: 43:18 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Armin

Postings: 10345

Registriert seit 08.01.2012

2014-01-27 20:22:19 Uhr
Wir machen mal wieder ein paar Threads auf zu frisch rezensierten Alben, die noch keinen haben. Hier könnt Ihr Euch über diese Platte austauschen.
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum