Black Flag - What the...

Black Flag- What the...

SST / Cargo
VÖ: 03.12.2013

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Vomitabel

Manchmal sollte man Sachen, von denen man schon von vornherein weiß, dass sie nicht von Erfolg gekrönt sein werden, einfach mal bleiben lassen. Und den Rat der schlauen Menschen befolgen. Geht beispielsweise nie in die Dorfdisco, in der Euch weder die Musik noch die Euch umgebenden Menschen gefallen, und meint dann, dass sich das für Euch nach dem gesteigerten Verzehr alkoholhaltiger Flüssigkeiten schon noch lohnen wird. Tut es nicht. Fasst auch nicht in die Steckdose. Ganz böse. Aber vor allem: Wenn Ihr in den 80ern mal Mitglieder einer kultisch verehrten Hardcore-Punk-Band wart, die jeder von Kurt Cobain bis Danko Jones als Einfluss nennt, dann nehmt nicht nach 30 oder so Jahren noch mal ein Album auf. Geht in die Hose.

Black Flag haben sich an den Ratschlag nicht gehalten. Das Ergebnis ist "What the..." . Kein Witz, das. Wäre aber wohl besser einer. Mit der schlechtestmöglichen Besetzung ohne Henry Rollins und mit Ron Reyes (Stand heute auch schon wieder raus aus der Band), der übrigens auch für den grünen Fleck auf dem Cover verantwortlich ist. Letzerer singt - falls man das mal so sagen kann - hier nämlich mehrheitlich so, als hätte er mit einer Magenverstimmung zu kämpfen. Und auch die Restband macht nicht den Eindruck, als hätte sie den Kater vom letzten Wochenende schon hinter sich. Nun ist es ja nicht so, dass man in diesem Genre allzuviel in puncto Produktion und instrumenteller Versiertheit erwarten darf, doch ein bisschen mehr als das hier Gebotene schon. 22 Mal (fast, der Fairness halber) die selben Akkorde und Akkordfolgen? Da lachen Euch ja sogar die Ramones für aus. Und den Unterschied zwischen Lo-Fi und Absolutely-No-Fi müsst Ihr Euch auch noch mal erklären lassen. Robert Johnson hatte das 1930 schon besser drauf. Von "My War" fangen wir gar nicht erst an zu schreiben. Der Drummer hat übrigens nicht ausgeschlafen.

Wahrscheinlich soll man aber auch gar nicht verstehen, was hier abgeht. Ist wohl alles Kalkül und Teil der Attitüde. So heißt es in "Down in the dirt" ja auch "Yeah when I'm down in the dirt that's when I feel real" und an anderer Stelle "I don't give a rats ass." Also da haben wir's. Zusammenfassend heißt das: Verschwommenheit, kein Bock, Gesang nahe dem Vomitieren und "Fuck you" aber mal ganz heftig. Wirkt irgendwie nicht so, wie es wahrscheinlich soll. Hat mal jemand nen Eimer?

(Tobias Scheibe)

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Highlights

  • -

Tracklist

  1. My heart's pumping
  2. Down in the dirt
  3. Blood and ashes
  4. Now is the time
  5. Wallow in despair
  6. Slow your ass down
  7. It's so absurd
  8. Shut up
  9. This is hell
  10. Go away
  11. The bitter end
  12. The chase
  13. I'm sick
  14. It's not my time to go-go
  15. Lies
  16. Get out of my way
  17. Outside
  18. No Teeth
  19. To hell and back
  20. Give me all your dough
  21. You gotta be joking
  22. Off my shoulders

Gesamtspielzeit: 43:55 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
My war
2017-01-24 14:47:58 Uhr
Slip it in the bin.
weg damit
2014-02-28 21:38:28 Uhr
schund.

Castorp

Postings: 2792

Registriert seit 14.06.2013

2014-02-06 03:12:24 Uhr
Am überraschendsten war für mich, dass sich die meisten so an diesem harmlosen Kiddie-Cover aufhängen...und dann noch bei einer PUNK-Platte...also nee, da kann man mal wieder sehen, dass sich im Punk-Genre extrem viele Konservative herumtreiben (das erinnert so ein bisschen an die Fan-Reaktionen zu "Lulu" von Metallica & Lou Reed)...ja, es ist nicht frei von Hässlichkeit, aber es brach Erwartungen und polarisiert und damit ist es schon wieder KUNST. :)

Lustig: Punk-Album-Cover-Designer begutachten das What-the...-Motiv

Trifft es ziemlich gut:

Was denkst du, hat der Künstler gewollt?

Kyle Crawford: Der Albumtitel sagt schon alles. Ich denke, von einem Marketing Standpunkt aus, hat er seinen Job bestens erfüllt. Es macht die Leute sauer, wütend und sagt einfach genau das, was der Albumtitel sagt.

Wie würdest dieses Cover jemandem beschreiben, der es nie zu Gesicht bekommen hat?

Das ist lustig, aber nach längerem Betrachten erinnert es mich an die Süßigkeiten, die ich als Kind immer gegessen habe, sie heißen Ka-blueys. Richtig lecker. Das sind eine, dieser sauren Kaugummis, die deine Zunge färben. In erster Linie hasse ich das Cover, aber gleichzeitig erinnerte es mich an die Zeit, in der ich mit meinem Fahrrad zur Tanke fuhr, um diese Süßigkeiten zu besorgen. Es gibt Tonnen dieser Süßigkeiten und das Black-Flag-Cover sieht aus wie eine albtraumhafte Verpackung trauriger Süßigkeiten.


:)

Castorp

Postings: 2792

Registriert seit 14.06.2013

2014-02-06 02:48:52 Uhr
Edit: "als der letzte Versuch"

Castorp

Postings: 2792

Registriert seit 14.06.2013

2014-02-06 02:47:05 Uhr
Keine Ahnung, was viele gegen diese Platte haben. :) Weitestgehend rotzig (so wie ich mir eine Punk-Platte, die einem in die Fresse tritt, vorstelle; dazu passt dann auch das "infantile" Cover) und mit vielen schönen chaotischen Riffs (My hearts pumping, The chase, Down in the dirt, Outside, To hell and back), wo sich Ginns Genie noch immer durchfräst. Kritikpunkte sind für mich das wahrlich kaum vorhandene Schlagzeug sowie der Bass (siehe auch die Kritik bei laut.de) und die Anzahl der Tracks - ca. die Hälfte hätte es auch getan, ganz gleich wie lang das Album dann geworden wäre.

Ich tendiere momentan zu einer 6,5/10. (das Album ist selbstverständlich *keine* Revolution, aber weit davon ab, "peinlich" oder "schlecht" zu sein)

@Tobias:
Ich habe wirklich nichts gegen deine Meinung zum Album, aber du hast unter 22 Tracks nicht EIN einziges Highlight entdecken können? :) Schade. Und du wirfst dem Sänger eine "Magenverstimmung" vor? Was hatte Keifheinrich Rollins (den ich sehr schätze) dann in seinen frühesten BF-Zeiten? Eine Lungenembolie? ;D Nee, also den Vorwurf finde ich - und dann noch bei dem Punk-Genre - albern und an den Haaren herbeigezogen. Auch der Vorwurf der (fast) immer gleichklingenden Akkordfolgen greift für mich nicht: im Punk wurde schon immer stark mit Monotonie gearbeitet (vgl. "The Stooges" u.a. - apropos: "Off my shoulders" erinnert mich an die Stooges) und selbst filigranere Prog-Metal- oder Prog-Rock-Bands wie Meshuggah oder Tool arbeiten mit "quälend" repetitiven Elementen. Naja, man muss das halt mögen, sonst kotzt man ab, verstehe ich irgendwo (ich wusste das auch erst mit einer gewissen Hörerfahrung zu schätzen). ;)

Und wen juckt es bitte, ob die Band sich nachträglich für das Album "entschuldigt"? Entweder es gefällt einem als Fan auf Anhieb oder eben nicht und dann macht man das auch nicht abhängig davon, ob die dahinterstehenden Künstler ihre Meinung gerade gewechselt haben...:)

Vielleicht war das auch nur eine "Warm-Up-Platte" für Ginn. Ich bin gespannt, was die Zukunft mit dem neuen Sänger bringen wird...

Fazit: Mich kickt diese Black-Flag-Platte jedenfalls mehr als der verletzten Versuch von Iggy Pop mit seinen Mannen...

"I don't give a rat's ass."
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