Bombay Bicycle Club - So long, see you tomorrow

Bombay Bicycle Club- So long, see you tomorrow

Caroline / Universal
VÖ: 07.02.2014

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

6 + 6 + 6 = 7

Drei Alben, dreimal die 6/10. Oha, 666, the number of the beast. Dabei sind das doch so liebe Jungs, diese vier von Bombay Bicycle Club. Höchste Zeit also, zu exorzieren und mit der heiligen 7/10 zu kontern. Mit "So long, see you tomorrow" haben sich die Londoner ihre Himmelfahrt nämlich redlich verdient. Zackig wie "I had the blues, but I shook them loose", gediegen wie das akustische "Flaws" und melancholisch wie "A different kind of fix" – die neue Platte des Quartetts vereint all das in sich.

"It's alright now" steigt mit Chören und der stoischen Wiederholung seines Leitsatzes ein, bevor hopplahopp im Beatgalopp der Track an Fahrt gewinnt. "Is this the one, is this the one / Is this the place, where it all stems from", fragt Jack Steadman in die Runde. Piepegal eigentlich, denn :"It's alright now, I don't wanna wait." Schnell eine Parole ausgegeben, um nicht auf das eigene Recht zu beharren und keine Zeit im Leerlauf zu verschwenden. Im Anschluss gefällt "Carry me" mit seinen Industrial-Breaks und dem Dreampop-Einschlag. "Whenever, wherever" schlägt in die gleiche Kerbe, macht die Assoziation zu Shakira vergessen und lässt The xx und Jagwar Ma ein hübsches Kind zeugen. Mystifizierte Tanzmusik, die vom Schnellen ins Lethargische verfällt, dabei aber mitnichten lebensmüde wird, sondern immer wieder den Weg zur Sonne sucht.

Die Erstauskopplung "Luna" lässt dann im Kehrvers eine positive Bloc-Party-Erinnerung aufleben und hat Ohrwurm-Qualitäten. "Feel" ist das stärkste Stück der Platte: Mit orientalischem Einstieg verliert sich der Track im Pasodoble-Gewimmer der Trompete, während der Chorus von Streichern umgarnt und vom Salsastep untermauert wird. Noah And The Whale wären neidisch auf so ein Brett. Ein balkanesk umwobenes Gitarrensolo zur Hälfte wirkt sirenenhaft aufs Ohr, und den Abschluss macht der Titelsong, der in seinen gut sechs Minuten so manches Tal durchschwebt, doch den Gipfel fest im Visier hat, sich zusehends steigert und den Hörer zum Abschluss noch einmal richtig vom Hocker haut.

Sieben Gründe für eine 7/10: 1. Gelungene Genrewechsel, ohne unnatürliche Brüche. 2. Synthieeinsatz fernab vom aktuellen Trend. 3. Texte, so unbekümmert wie eh und je und doch anspruchsgeladener als bisher. 4. Mit "Feel" und "So long, see you tomorrow" zwei echte Brocken, die einige sehr gute Songs noch einmal überstrahlen. 5. Die Konsistenz des Albums als Einzelstückkonsortium ist großes Kino. 6. Bombay Bicycle Club machen sich die Welt, wie sie ihnen gefällt. Da stimmt auch diese Rechnung: 6 + 6 + 6 = 7.

(Pascal Bremmer)

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Highlights

  • It's alright now
  • Feel
  • So long, see you tomorrow

Tracklist

  1. Overdone
  2. It's alright now
  3. Carry me
  4. Home by now
  5. Whenever wherever
  6. Luna
  7. Eyes off you
  8. Feel
  9. Come to
  10. So long, see you tomorrow

Gesamtspielzeit: 44:48 min.

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