Black Space Riders - D:REI

Black Space Riders- D:REI

Black Space / Cargo
VÖ: 24.01.2014

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

90 - 70 - 90

Black Space Riders - ein Name wie aus einem Rockband-Namengenerator. Präferierte Genres eingeben, zum Beispiel Hardrock, Spacerock, Stonerrock, Knöpfchen drücken, einen Moment warten, fertig. Mit Subtilität konnte die Band aus Münster sowieso nie viel anfangen. Beim Debüt ging das noch ziemlich gut. "Black Space Riders" war eher überbordend kreativ und verspielt als schematisch-abgeschmackt. Auf dem zweiten Album "Light is the new black" klappte das allerdings nicht mehr. Der Spacerock glitt ihnen aus den Händen, die Songs wurden Blaupausen. Es war vielleicht Zeit, sich etwas zurückzunehmen.

Aber um das zu wiederholen: Subtilität ist nicht die Sache der Münsteraner. Zurücknehmen auch nicht. Entweder opulent oder gar nicht, das gilt auch für "D:REI". Zum Glück geht das diesmal gut, erstaunlich gut sogar. Und das wiederum hinterlässt den Rezensenten mit Erklärungsnöten. Denn so vieles machen Black Space Riders auf ihrem Drittwerk im Vergleich zu dem an dieser Stelle durchgefallenen Vorgänger nicht anders. Die Songs sind noch immer zu lang, die Riffs wiederholen sich in Endlosschleife, die Gitarreneffekte werden im Dutzend aufeinandergestapelt und die Songtitel bleiben - freundlich gesagt - weiterhin plakativ. Trotzdem entwickelt schon das sieben Minuten lange Intro "Stare at the water" eine gewisse Faszination. Vielleicht liegt das an dem Bisschen mehr Kompromisslosigkeit, das die Band hier an den Tag legt.

Denn Spacerock kann ja durchaus eine allzu klinische Angelegenheit sein. Im Weltraum hört Dich schließlich niemand schrammeln. "D:REI" klingt allerdings über weite Strecken wunderbar dreckig und staubig, weniger nach ISS und mehr nach Mondlandung. "Rising from the ashes of the world" ist weitestgehend ganz klassischer Doom ohne die Sperenzien, die seit ein paar Jahren immer häufiger zum guten Ton des Genres gehören. Der Ein-Riff-Brocken "Temper is rising" ist genau die Art von Wüstenrock, die den Kyuss-Erben Vista Chino auf ihrem eher mäßigen Comeback gut gestanden hätte. Ähnliches lässt sich über die meisten der wieder mal zu vielen Songs auf "D:REI" sagen.

Das Opus Magnum ist die zehnminütige Space-Operette "Space angel (Memitim)", die das letzte Drittel des Albums einleitet und gewagterweise keine Tour de Force ist, sondern eher nachdenklich zwischen schweren Blues-Momenten und ruhigem Durchatmen wechselt. Am Ende bleibt ein Gefühl, dass die Einzelteile ein wenig unspektakulär sind, das Ganze aber gerade davon profitiert. Es braucht keine Witze über die immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspannen der Jugend von heute, um klar zu machen, das "D:REI" ein Nostalgietrip ist. Black Space Riders spielen Musik aus den 90ern, die sich damals ausgiebig an den 70ern bedient hat. Nicht mehr und nicht weniger und ganz genau wie auf "Light is the new black". Trotzdem funktioniert die Platte und trotzdem funktionieren die einzelnen Songs hier wesentlich besser. Ein bisschen mysteriös ist das schon für eine Band, die sonst keinen Hehl aus ihrer Geradlinigkeit macht.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Rising from the ashes of our world
  • Temper is rising
  • The everlasting circle of infinity

Tracklist

  1. Stare at the water
  2. Bang boom war (Outside my head)
  3. Rising from the ashes of our world
  4. Give gravitation to the people
  5. Way to me
  6. Temper is rising
  7. The GOD-survivor
  8. I see
  9. Leave
  10. Space angel (Memitin)
  11. Major Tom Waits
  12. Letter to a young one
  13. The everlasting circle of infinity

Gesamtspielzeit: 78:24 min.

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