Peggy Sue - Choir of echoes

Peggy Sue- Choir of echoes

Wichita / [PIAS] Cooperative / Rough Trade
VÖ: 24.01.2014

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Stimmlich stimmig

Es ist ein feierlicher Indiefolk-Akt, den Peggy Sue auf ihrem dritten Album "Choir of echoes" begehen. Ein Zeremoniell zu Ehren der gesungenen Stimme an sich und ihrer möglichen, unendlich scheinenden Harmonien. Die musikalische Zuwendung zum Sprache-Verlieren und -Wiederfinden. Schon das eingeklammerte A-capella-Intro "(Come back around)" zeigt die Hingabe zu den gesungenen Tönen der ausgezeichnet korrespondierenden Katy Beth Young und Rosa Slade. Ein Gospel, dessen Spiritualität nur aus der Überlagerung der zwei Klangfarben entsteht und fortan durch das gesamte Album gellt.

Dabei sind Ähnlichkeiten zu den Wichita-Labelkolleginnen von First Aid Kit besonders im kurzen "How heavy the quiet that grew between your mouth and mine" präsent. Die von ein paar vereinzelten Gitarrenakkorden und langgezogenen Akkordeon-Tönen begleitete Lagerfeuer-Elegie ist fürwahr nicht weit vom Sound der jungen Schwedinnen entfernt. Ansonsten geben sich Peggy Sue allerdings tatsächlich erwachsenener, melancholischer und beim Einsatz ihrer Stimmen reduzierter, überlegter.

Das gilt auch für das Aufgebot der überwiegend achtsam einsäumenden Instrumente. Die nuanciert gesetzten Holzbläser oder das an einer einzigen Stelle auftauchende Glockenspiel treten auch in ihrer Seltenheit nie ganz nach vorn, überlassen dem Stimmtimbre stets die große Bühne. Selbst Gitarre und Bass spielen vorwiegend eine untergeordnete Rolle, wenn sie nicht gerade sirrend und surrend in "Electric light" eine dream-poppige Ausnahme machen. Lediglich das von Olly Joyce bediente Schlagzeug greift mal tappelnd, mal anklopfend-nachfragend nach mehr Aufmerksamkeit im minimal instrumentierten Klangkolorit. Wenn überhaupt ist es vor allem die zweite Hälfte von "Choir of echoes", die sich mit "Idle" und dem anschließenden "And always is" flinker und schlag(zeug)kräftiger vom Rest des Albums abhebt.

Auch wenn ab und an schon altbewährte, hintergründige "Shooby-doos" in Doo-Wop-Manier ausreichen, um das Puristische und Klare der beiden Sängerinnen zu demonstrieren, sollte man die Texte der Brightoner nicht außer Acht lassen. Diese sind von einer Kopflosigkeit und Suche nach Hilfestellung gezeichnet. So fragt "Esme" vielstimmig "Will you teach me / How to sleep from dark to dawn / And how to tell friends and lovers apart", und in "Idle" wird anti-gospelhaft der Teufel um Hilfe angerufen: "Let the devil make work for my idle hands / For I'm never such trouble as when I'm making plans." Kein Teufelszeug! Respektive ist "Choir of echoes" eine überlegt arrangierte, nicht nur stimmlich stimmige Platte.

(Andreas Menzel)

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Highlights

  • Esme
  • Idle
  • And always is

Tracklist

  1. (Come back around)
  2. Esme
  3. Substitute
  4. Figure of eight
  5. Always going
  6. Just the night
  7. How heavy the quiet that grew between your mouth and mine
  8. Electric light
  9. Longest day of the year blues
  10. Idle
  11. And always is
  12. Two shots
  13. The errors of your ways

Gesamtspielzeit: 46:42 min.

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