The Hidden Cameras - Age

The Hidden Cameras- Age

Arts & Crafts / Al!ve
VÖ: 24.01.2014

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

P.S.: Wir sind schwul

Sind wir mal offen und ehrlich: Es sollte heutzutage doch eigentlich keine große Sache mehr sein, wenn jemand homo- oder bisexuell ist und dazu steht – höchstens vielleicht bei einigen ignoranten Querköpfen in Russland oder so. Und die lernen es hoffentlich auch noch. 13 Jahre nach Klaus Wowereits berühmter "Und das ist auch gut so"-Rede ist es zwar der Aufmerksamkeit halber noch der Rede wert, wenn sich etwa der Schauspieler Wentworth Miller in seiner offenen Absage an die Organisatoren des Filmfestivals in Sankt Petersburg zu seiner Homosexualität bekennt. Oder wenn eine hierzulande eher unbekannte Nachrichtensprecherin auf Facebook einfach mal so zum ersten Mal erwähnt, dass sie eine Freundin hat. Oder wenn sich diverse Sportler outen. Schwul und schlimm, lesbisch und lahm? Ach, Quatsch. Und Joel Gibb wusste das schon ganz lange.

Der Kopf der kanadischen Indie-Pop-Band The Hidden Cameras hat aus seiner Vorliebe für das männliche Geschlecht noch nie ein Geheimnis gemacht, mehr noch: Eigentlich hat er sie sogar in seiner Musik stets zelebriert. So nennt er seinen Musikstil "Gay church folk music", spielt mit den Vorurteilen und Klischees und dreht sie oft bewusst so um, dass die Absurdität dahinter offenbart und die Verbreiter dieser merkwürdigen Botschaften als genau die Hohlköpfe enttarnt werden, die sie sind. Die erste Single von "Age", das mittlerweile achte Album der Hidden Cameras, hat Gibb dementsprechend auch einfach "Gay goth scene" getauft. Flunkern uns die beiden sich küssenden Männer auf dem Cover noch entspannte Ruhe und Romantik vor, schreckt das Stück selbst vor schnell aufkeimender Hektik nicht zurück, haut dem Hörer einen Satz Streicher um die Ohren, und lässt am Ende zu, dass sich ein paar schrammelige Gitarren mit irrem Hintergrundgeschrei paaren, nur um schließlich mit dem monoton vorgetragenen "We don't want no gay goth scene" zu enden.

Cooler und abgeklärter gibt sich da der Opener "Skin & leather", der den Post-Punk in die Kirche holt, oder auch der entspannte Dubstep von "Afterparty", das mit etwas über sechs Minuten der längste Song von "Age" und damit fast ein bisschen zu lang geraten ist. Thematisch beschäftigen sich die Stücke nicht nur, wie der Titel suggeriert, mit dem schnödern Älterwerden und schlussendlichem Altern eines jeden Menschen, sondern vor allem mit dem einhergehenden Reifeprozess, kommen stellenweise aber etwas zäh rüber. Dass Gibb und seine Mitmusiker nicht unbedingt eine bierernste Herangehensweise haben, aber dennoch trotzdem durchaus ernstzunehmen sind, zeigt vor allem das spacige "Ordinary over you", das fast ohne große Showeffekte auskommt und somit den Fokus wieder auf das Wesentliche richtet: Die Musik. Ob schwul oder lesbisch oder bi oder hetero ist da vollkommen nebensächlich. Und wie gesagt: Das lernen die ignoranten Querköpfe hoffentlich auch noch.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Skin & leather
  • Ordinary over you
  • Year of the spawn

Tracklist

  1. Skin & leather
  2. Bread for brat
  3. Doom
  4. Gay goth scene
  5. Afterparty
  6. Carpe jugular
  7. Ordinary over you
  8. Year of the spawn

Gesamtspielzeit: 34:57 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Lichtgestalt

Postings: 4751

Registriert seit 02.07.2013

2014-01-21 01:09:33 Uhr
Zudem wird angefragt, wie Lichtgestalt das Album nach ein paar Tagen des Hörens findet^^

Bin bei einer guten 7/10, mit den selben Highlights.

Desare Nezitic

Postings: 5406

Registriert seit 13.06.2013

2014-01-21 00:42:37 Uhr
Ok, nachdem ich das Album jetzt nochmal in einem Rutsch gehört habe, ist das Fazit etwas positiver: Eine glatte 7/10 und ein recht homogenes Album. Heißt aber auch, dass es keinen richtigen Ausreißer nach oben gibt. Mal sehen wie es sich mit der Halbwertszeit verhält.

Highlights: Skin & Leather, Gay Goth Scene, Year of the Spawn.

Garp

Postings: 13

Registriert seit 14.06.2013

2014-01-20 19:56:40 Uhr
Ich finde es bisher auch eher durchwachsen. Guter Beginn, dann flacht es ab, dann kommt mit "Year of the spawn" mein persönliches Highlight. Mal sehen, wie sich das nach ein paar Durchläufen entwickelt.

Desare Nezitic

Postings: 5406

Registriert seit 13.06.2013

2014-01-20 19:18:49 Uhr
Ich finde es recht durchwachsen. Der Opener und das bekannte "Gay Goth Scene" sind z.B. richtig toll, allerdings häufen sich auf dem Album die durchschnittlichen Songs. Bislang bei 6/10, vielleicht entwickelt sich da noch ein bisschen was.

Zudem wird angefragt, wie Lichtgestalt das Album nach ein paar Tagen des Hörens findet^^

Holden

Postings: 350

Registriert seit 17.11.2013

2014-01-20 14:10:30 Uhr
Ist schön abwechslungsreich geworden und trotzdem fällt keine nummer aus dem Rahmen. Hätte gern noch ein bisschen länger ausfallen dürfen...1-2 punkte mehr wären auch hier auf pt drinnen gewesen.
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