There Will Be Fireworks - The dark, dark bright

There Will Be Fireworks- The dark, dark bright

Comets & Cartwheels / The Imaginary Kind
VÖ: 22.11.2013

Unsere Bewertung: 9/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Schwindelfrei

Das Plattentests.de-Forum. Ab und an ein eher schwieriges Thema. Es erwartet seine Besucher Tag für Tag mit einer zwar geschätzten, aber auch obskuren Mischung zwischen liebenswürdiger Spinnerei und vollständiger kognitiver Selbstaufgabe, allen voran im FC-Bayern-München-Thread. Doch immer wieder kommen vergleichsweise strahlende Diskussionen an die Oberfläche. Solche, durch die man Alben entdecken kann, ohne die das Leben ein kleines Stückchen öder wäre. Wieviele dieser bandgewordenen Kleinode in den Untiefen des Forums existieren? Das vermag wohl niemand zu sagen.

Sicher ist nur: Die Schotten von There Will Be Fireworks sind dabei. Die haben, von der öffentlichen Aufmerksamkeit sträflich missachtet, bislang ein Album und eine EP aufgenommen und legen nun ihren Zweitling "The dark, dark bright" vor. Eine Platte, die ihren Titel zum Programm und dabei keinen Hehl aus ihrer raumgreifenden Schwermut macht. Und ihn geradezu trotzig in den schillerndsten Farben erstrahlen lässt. Mit euphorietrunkenen Streichinstrumenten, mit trostspendenden Bläsertupfern, mit bezaubernden Gitarrenfiguren. Und wenn nötig auch mit einer großzügig verteilten Messerspitze Krach. Selten waberten Arrangements zielsicherer zwischen den Polen Moll und Dur umher, selten wurden beide formschöner in Einklang gebracht. Kurzum: Selten klang ein Album kompletter, als dieses hier. Dass There Will Be Fireworks dabei mit Versatzstücken zwischen Postrock, Folk und Singer-Songwriter-Entwürfen operieren, während sie doch knietief im Pop stehen? Macht die ganze Chose nur noch opulenter. Den schmalen Grat zwischen Schönheit und Kitsch meistert diese Band wahrhaft traumwandlerisch.

Und das, ohne auch nur einen Millimeter zu wanken. Im Gegenteil: Konfrontiert mit einer derartigen Vielzahl großartiger Songs, gerät die Aufgabe, einzelne Highlights zu benennen geradezu zur Unmöglichkeit. Wenn man dennoch auf solche besteht, würde sich beispielsweise das kraftvolle "River" hervortun, das sich auf einem Fundament purer Euphorie aufbäumt, um möglichst laut, effektvoll und fast schon schmerzhaft mitreissend gen Firmament zu flirren. Unter Highlightverdacht steht auch das direkt im Anschluss folgende "Roots." Da ergeben schüchterne Akustikgitarren, gepaart mit behutsamen Gesang und akzentuierten Streichern spielend eine Edelballade. Man ist fast geneigt, sprachlos zu sein, dabei ist es noch viel zu früh für Sprachlosigkeit. Schließlich zeigt "Youngblood" nur einen Schritt später, wie ein eingängiges, anrührendes Stück Musik fernab von Schmonz und Schmalz klingen kann. Snow Patrol wären über Jahre hinweg stolz, hätten sie diesen Song geschrieben.

Um hier nicht auf Länge einer Diplomarbeit zu landen: Ja, das geht genau so weiter. Song für Song, das gesamte Album hindurch. Trotzdem muss noch erwähnt werden, dass "South street" seinen Vorgänger "Your house was a glow" per furiosem Übergang beerbt und quasi Schönheit atmet. Und dass "Elder and oak" ein atemberaubendes und anmutiges Songfinale aus der Postrock-Wunderkiste auffährt. Sonst würde man diesen Songs nämlich Unrecht tun. À propos Unrecht tun – manchmal tut man wohl auch dem Forum Unrecht. In diesem Sinne: Danke für diese sensationelle Entdeckung.

(Martin Smeets)

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Highlights

  • River
  • Youngblood
  • So stay close
  • Elder and oak

Tracklist

  1. And our hearts did beat
  2. River
  3. Roots
  4. Youngblood
  5. Ash Wednesday
  6. So stay close
  7. Lay me down
  8. Here is where
  9. Your house was aglow
  10. South street
  11. Elder and oak
  12. The good days

Gesamtspielzeit: 48:26 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 21546

Registriert seit 07.06.2013

2019-11-26 22:32:17 Uhr
Ja cool. Sind einfach absolute Übersongs. Das Problem ist, cih glaub ich werd nur die Alben mitmachen. Oder vielleicht ne Top 10 doer so für die Songs.

Ilu

Postings: 281

Registriert seit 13.06.2013

2019-11-26 22:23:49 Uhr
@Machina: Mit "River", "Here Is Where" und "So leicht" dürften wir schon einmal signifikante Überschneidungen in den oberen Regionen der Songliste haben. Ich bitte um eine Einreichung! ;-)

MopedTobias

Postings: 14774

Registriert seit 10.09.2013

2019-11-23 12:03:46 Uhr
"River", "So stay close" und "Here is where" geb ich 9/10. Der Rest zwischen 7 und 8 abgesehen vom Closer, den ich eher langweilig finde. Jetzt bin ich aber auch wieder ruhig :)

dreckskerl

Postings: 2281

Registriert seit 09.12.2014

2019-11-23 01:21:41 Uhr
Wobei es m.E. bei den Waterboys vornehmlich um 2 Alben geht, bzw. nur inklusive der 80er, was danach kam ist auch okay, aber nicht wirklich groß.

Aber bis 88, absolut stilbildend.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 21546

Registriert seit 07.06.2013

2019-11-23 01:20:15 Uhr
Machina für die 80er zu begeistern ist nicht einfach.
Das stimmt. Aber es wird mehr und mehr...


Gibt es eigentlich einen Thread über dieses ultimative Referenzwerk?
Lustigerweise hab ich vor einer Minute mal einen eröffnet.
Zum kompletten Thread

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