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A Perfect Circle - Three sixty

A Perfect Circle- Three sixty

Capitol / Universal
VÖ: 15.11.2013

Unsere Bewertung: 9/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Sinnhaft sinnlos

A Perfect Circle sind über alle Kritik erhaben. Ein Kollektiv des Niveaus und der Qualität im Sinne des Gesamtkunstwerks. Ihr bisheriges Schaffen ist die Lehre vom Beweis. Nach einer Dekade der Stille, zwei spektakulären Studio- sowie einem grandiosen Cover-Album werden mit "Three sixty" die Vitalfunktionen scheinbar wieder reaktiviert. Hinzu kommt die Veröffentlichung des bereits vergriffenen "A Perfect Circle live: Featuring echo and stone", das ein holistisches Nah-Erlebnis mit DVD und Live-Versionen aller Studio-Alben bereiten soll. Wird hier ganz großer Pomp für neues, anstehendes Material aufgefahren?

Nun, die Parade jedenfalls ist mindestens so perfekt wie das vollkommene Kreisrund, das Maynard James Keenan und Billy Howerdel ziehen. Handelt es sich mit "Three sixty" vielleicht nicht doch eher um die Rektifikation des Kreises? Den Versuch, die Quadratur des eigenen Könnens und Machens zu vollziehen? Die Veröffentlichung einer Best Of nach nur drei Alben (wenn "Emotive" mitgerechnet wird) ist so sinnvoll wie sinnlos.

"Three sixty" vollzieht die Bewegung der Band-Karriere chronologisch nach. Beginnend mit den Großtaten von "Mer de noms" wird der Zirkel über das stark gereifte "Thirteenth step" bis zum vorläufigen Abschluss mit "Emotive" gezogen. Über die qualitativen Vorzüge des hier beigebrachten Klangmaterials müssen keine weiteren Worte verloren werden. Auch nach einem Jahrzehnt erstrahlen die Lieder frei von der Patina möglicher Alterungserscheinungen. Neben dem "neuen" Songtitel "By and down", der seit geraumer Zeit im Internet kursiert und schlussendlich eine gute B-Seite darstellt, finden sich Live-Versionen von "People are people", "3 libras", "Gravity" sowie "Fiddle and the drum", die in nuce die Diskographie mit jeweils einem oder gegebenfalls zwei Titeln auch in roherer Form vertreten. "Three sixty" ist damit ein aufwändiger Leerlauf, bei dem mit angezogener Handbremse Vollgas gegeben wird. Ein Leerlauf, der in seinem Akt des Zirkulierens aber triumphal ist.

(Peter Somogyi)

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Highlights

  • Judith
  • The package
  • Imagine
  • Passive

Tracklist

  • CD 1
    1. The hollow
    2. Rose
    3. Judith
    4. Orestes
    5. 3 libras
    6. The package
    7. Weak and powerless
    8. The noose
    9. The outsider
    10. Blue
  • CD 2
    1. Imagine
    2. Passive
    3. People are people (Live)
    4. Counting bodies like sheep to the rhythm of the war drums
    5. When the levee breaks
    6. By and down
    7. 3 libras (Live)
    8. Gravity (Live)
    9. Fiddle and the drum (Live)

Gesamtspielzeit: 87:45 min.

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