Dråpe - Canicular days

Dråpe- Canicular days

Trickser / Broken Silence
VÖ: 08.11.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Noch fünf Minuten, Mutti

Huch, da hatte aber ein Schreiberling einer anderen Musikseite schlechte Laune: "Dråpe has this hypnotic effect that makes you yearn to play anything else. And I mean ANYTHING else." Und: "It is all so annoying you probably get a reduced sentence due to mitigating circumstances if you choose to kill the band." Schluck. Echt, so schlimm? Da will man nur mal schauen, wer sich hinter diesem merkwürdigen Bandnamen versteckt, und landet dann prompt beim Dråpe-Hasser #1. Zögerlich klickt man deren Album "Canicular days" dann doch mal an. Und siehe da: Der kann gar nicht die richtige Band gemeint haben! Vielleicht doch eher Drake? Quatsch, der hat einfach nur keine Ahnung! Außerdem hat der das Album sicher nie gehört! Und so weiter und so fort.

"Canicalur days", das Debütalbum der norwegischen Formation Dråpe, ist tatsächlich gar nicht nervig – höchstens der Kreis über dem "a", genannt Bolle, auf den man beim Schreiben achten muss. Ansonsten überzeugt der lupenreine Mix aus Dream-Pop und Shoegaze, besonders, wenn die Songs nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. So baut sich etwa "I don't mind" bis zur Hälfte langsam auf, legt immer weiter nach, um schließlich stromgitarrengeladen zu explodieren, ohne dabei auch nur einen Hauch zu pompös zu geraten, während Sängerin Hanne Solem Olsen sich mit ihrem gleichermaßen zierlichen wie gewaltigen Stimmorgan etwas Platz verschafft. Etwas zurückhaltender gibt sie sich im Opener "Blue skies", der im grauen Einheitsbrei der kalten Wintertage für einen netten Trip down Memory Lane sorgt, als die Tage noch länger und vor allem wärmer waren und der Himmel, naja, eben blau. Angenehm.

Ordentlich dream-poppig wird es hingegen im tatsächlich verträumten "When you wake up again", bei dem selbst der kleine Mini-Ausbruch zum Schluss hin noch zum Umdrehen und Einkuscheln einlädt, bis einen das stürmische "Hike" mit seinen verschiedenen Tempo-Wechseln endgültig aus dem Schlaf reißt. Mehr und mehr macht sich der Gedanke breit, dass der bereits erwähnte schreibende Kollege während seines Hördurchgangs von "Canicular days" womöglich nur einen eben dieser Hundstage erwischt hatte, angesichts dessen, was sich da beispielsweise im sehnsuchtsvollen "I wanted you to stay" zusammenbraut. Zum Ende dann, wenn alle Energie aufgebraucht ist, kommt das fast schon demoartige "I did what you've done" gerade recht, um seinen eigenen Hundstag nochmal Revue passieren zu lassen. War doch gar nicht so schlimm.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • I don't mind
  • When you wake up again
  • Hike

Tracklist

  1. Blue skies
  2. I kept falling asleep
  3. Sister's eye
  4. Wanted you to stay
  5. I don't mind
  6. Memories
  7. When you wake up again
  8. Hike
  9. I did what you've done

Gesamtspielzeit: 40:39 min.

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