The Sounds - Weekend

The Sounds- Weekend

Arnioki / Rough Trade
VÖ: 08.11.2013

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Feierabend

The Sounds waren nie etwas anderes als eine Popband. Wer sich daran erinnert, auf "Living in America" oder "Dying to say this to you" eine aufgekratzte Rockband gehört zu haben, macht das wahrscheinlich ein bisschen zu sehr an den hübsch schrammelnden Gitarren und Maja Ivarssons sich überschlagender Stimme fest. Die Keyboards waren schon immer da, die kitschigen Melodien und die discotauglichen Rhythmen auch. The Sounds haben sich mit "Something to die for" nicht irgendeinem Mainstream angebiedert. Sie haben einfach aufgehört, gute Popsongs zu schreiben.

Die aufgezwungene Schizophrenie von "Weekend" ändert daran leider nur zeitweise etwas. Auf der einen Seite will das Album auf jeden Fall ganz dringend Ausgehstimmung fürs Wochenende verbreiten. Auf der anderen Seite steht dem die gesammelte Melancholie des anstrengenden Partylebens gegenüber. Wird am Anfang noch alles dreimal und mit einer vielversprechenden Portion Pfeffer im Hintern geschüttelt, heißt es nur zwei Songs später: "I always hurt the ones that I love." Und natürlich finden sich diese Stimmungsschwankungen auch in der Musik wieder.

Die Bedeutungsschwere des Titelsongs kommt ja nicht nur aus dem tränenreichen Text, sondern ergibt sich auch aus den seltsamen Synthies, Pseudo-Bläsern und verfremdeten "Aahs" und "Oohs", die über den ursprünglich ganz netten Akkorden der Akustikgitarre alles zukleistern. Wie es - mit den gleichen Mitteln - besser geht, zeigt "Great day". Auch wenn das Pathos hier in unveränderten Mengen trieft, hat der Song einfach ein paar gute Melodien, und zwar in jedem Teil. Gleich darauf bläst "Outlaw" noch kurz die Gehörgänge frei, und schon scheint wieder einiges zu gehen.

Allerdings wird die Platte die Zähigkeit nie wieder so richtig los, die sich bereits durch große Teile der ersten Hälfte von "Weekend" zieht. Die Songs, die herausstechen, sind gut, aber mehr auch nicht. Der Rest schwankt zwischen dem bereits erwähnten "zäh, aber bemüht" und "einfach schwach". Die Lady-Gaga-Kopie "Panic" gehört zweifellos in letztere Kategorie, ebenso wie "Animal", das sich dreist beim schon vor Ewigkeiten von Britney Spears abgelutschten "I love rock'n'roll" bedient. Nicht zuletzt diese Ideenlosigkeit spricht dafür, dass es bei The Sounds nicht am poppigen Sound hapert, sondern an den Songs.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Great day
  • Emperor

Tracklist

  1. Shake shake shake
  2. Take it the wrong way
  3. Hurt the ones I love
  4. Weekend
  5. Great day
  6. Outlaw
  7. Too young to die
  8. Panic
  9. Animal
  10. Emperor
  11. Young and wild

Gesamtspielzeit: 41:18 min.

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