The Shh - All things with love

The Shh- All things with love

Stereoflex / New Music
VÖ: 22.11.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Ruhe im Karton

!!! machen "chk chk chk", und The Shh bitten um Ruhe und Aufmerksamkeit. Die haben sie sich absolut verdient. Das maltestische Duo um Drummer Ian Schranz und Sängerin Alison Galea hatte sich zunächst aus den Augen verloren, traf sich aber nach einigen kontaktfreien Jahren in Paris wieder, wo die beiden schließlich The Shh formierten. Zwar riecht der Titel ihres Debütalbums "All things with love" ordentlich nach Rosen und Schokopralinen, dennoch geht es vergleichsweise unschnulzig zu. Besser so!

Der Opener "So over" beendet sogleich eine Beziehung: "It's so over with you" – es ist so was von vorbei. Ein dunkles Gitarrenriff begleitet den Einstand des zweistimmigen Gesangs, bis genau bei einer Minute der Breakbeat einsetzt und der Track volle Fahrt aufnimmt. Dabei sehen The Shh die Möglichkeiten im Neuanfang, statt sich heulend einzulullen und Trübsal zu blasen. Gesunde Einstellung! Mit "God hates us" liefert das Duo den stärksten Track der Platte ab. Die beiden Protagonisten finden ihre Vereinigung im Hass Gottes. "You and I will never fall apart / God hates us / and that's what's really makes us whole", erkennt Galea voller Zufriedenheit. Der Chorus kündigt sich durch eine Zuspitzung in Geschwindigkeit und Intensität an, ein Feuerwerk zündet, gebannt bleibt man stehen und staunt. Ein wenig erinnert das Stück an The Promise Ring mit Frauenstimme, oder The Weakerthans wie immer.

"Ingrid" schließt sich direkt an. Schranz packt den Bariton aus und der Track eröffnet irgendwo zwischen Joy Division und Interpol. Eine heiße Gitarrenbridge und Schranz' munteres "Wooohooo" bringen weiteren Schwung ins Geschehen. Wenn Galea dann übernimmt und im Schlussdrittel das schöne Gitarrenspiel noch zulegt, ist "Ingrid" ein mehr als runder Indiesong. Erfrischend anders folgt "Antichrist of love". Das Duo spielt mit klappernden Synthies und atonalen Pianoklängen, schickt einen ehemaligen Liebhaber zum Teufel. Auch "A song for now" macht zur richtigen Zeit Rabatz, gleitet über seine Spieldauer vom chrunchigen Geknatter ins betörende Getöse.

"All things with love" bleibt weitestgehend gediegen und ruhig, verliert aber an manchen Stellen ganz wohltuend die Contenance. Galeas sanfte Frauenstimme lässt sich nicht abschrecken vom Instrumentaldickicht, der ihr mitunter gegenübersteht. Souverän schreitet sie durch ihre Zeilen, während Schranz an den Drums bisweilen den Derwisch entfahren lässt, zu gegebener Zeit aber kann er auch ein ruhiger Begleiter sein. Das Arrangement verliert niemals sein Gesicht, sondern bleibt jederzeit in sich konform. Stark! Galeas Gesang möchte zum Mitsingen anstecken und Schranz wartet nur aufs Mitnicken des Publikums. In diesem Sinne: Shh! Shhhhh! Ruhe im Karton und jetzt zugehört!

(Pascal Bremmer)

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Highlights

  • So over
  • Ingrid

Tracklist

  1. So over
  2. All things with love
  3. Burning love
  4. Summer
  5. God hates us
  6. Ingrid
  7. Antichrist of love
  8. Just like you
  9. A song for now
  10. Instrumental
  11. You can't be in love

Gesamtspielzeit: 32:45 min.

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