The Go-Betweens - The friends of Rachel Worth

The Go-Betweens- The friends of Rachel Worth

Clearspot / EFA
VÖ: 15.09.2000

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Engel, Uhren und Bauernhöfe

Robert Forster und Grant McLennan, die Elder Statesmen des geschmackvollen Folkrocks sind zurück. Mit "The friends of Rachel Worth" erscheint jetzt ein Album, auf das zwar niemand gewartet hat, aber wenn man es schließlich hört, fragt man sich schnell, warum man sich zwölf lange Jahre nur mit den Soloergüssen der beiden begnügt hat. Das musikalische Erbe der Go-Betweens, welches sie nun wieder aufnehmen, ist nämlich eins der Freundschaft, der emotionalen Umarmung durch Musik. Die einsamen Gestalten haben endlich wieder jemandem, der die Songs nur für sie schreibt.

Glücklich kann sich dann schätzen, wer zwei Songwriter dieses Kalibers in einer Band hat. Die latent schwermütigen Songs der Go-Betweens wirken trotz all ihrer Raffinesse wie gewohnt einfach genug, um sie sich erfühlen zu können. Die Arrangements stecken immer noch voller perlender Gitarren. Es jingelt und es jangelt, es twingt und twangt, daß es nur so eine Freude ist. Damals zu ihrer Hochzeit, wenn man bei dieser immer verkannten Band davon überhaupt sprechen darf, in den Achtzigern, waren die Go-Betweens mit ihren Songs stets etwas besonderes. Im Zeitalter von Instant Messaging und Direct Brokerage wiederum tut es fast gut, daß man sich zu den erfreulich altmodisch wirkenden Songs zurücklehnen kann. Händedruck statt Mausclick.

Wenn vom Exil auf einem deutschen Bauernhof ("German farmhouse") oder der Schönheit des Augenblicks ("The clock") gesungen wird, mögen die Freunde von Rachel Worth zwar mitunter etwas kratzbürstig wirken, aber gerade das macht den Reiz dieser Songs aus. So spröde der Folkrock der beiden Australier auch erscheinen mag, schließt er die Hörerschaft dennoch in seine Arme. Schwermut ist doch geteilt am schönsten. "There's ice around your heart / my home" heißt es in "Heart and home". So freundlich hat noch selten jemand das Ende einer Beziehung besungen. Vergangenheitsbewältigung muß nicht immer weh tun. Wenn man Ende auch noch ein Loblied auf Patti Smith singt ("When she sang about angels"), weiß man, daß dieser Platte der Herbst gerade recht kommt.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • The clock
  • German farmhouse
  • When she sang about angels

Tracklist

  1. Magic in here
  2. Spirit
  3. The clock
  4. German farmhouse
  5. He lives my life
  6. Heart and home
  7. Surfing magazines
  8. Orpheus beach
  9. Going blind
  10. When she sang about angels

Gesamtspielzeit: 39:45 min.

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