Minor Alps - Get there

Minor Alps- Get there

Ye Olde / The Orchard / Al!ve
VÖ: 15.11.2013

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Zarte Versuchung

So eine Stimme vergisst man nicht. Und trotzdem wirkt sie fehlplatziert. Ein stumpfer Beat strampelt vor sich hin, eine Akustikgitarre legt sich drüber, und da singt er: Matthew Caws. Im Duett mit Juliana Hatfield. Die beiden Stimmen sind dabei kaum zu unterscheiden, ergänzen sich perfekt, liegen auf einer Wellenlänge. Und dann lichtet sich der Nebel: Mit Caws' Band Nada Surf, den Blake Babies oder Some Girls hat das nichts zu tun. Minor Alps heißt das Duo, in dem Caws und Hatfield all das tun, was sie noch nie zuvor gemeinsam getan haben: zarte Liebeslieder zeitgeistig verpacken. Funktioniert nicht nur in den Hauptbands ganz gut, sondern auch zu zweit.

Besonders aufregend ist das natürlich nicht, aber durchaus sympathisch. Die Geschichte zu diesem niedlichen Nebenprojekt ist schnell erzählt: Caws sang auf Hatfields Album "How to walk away" eine kleine Melodie für den Song "Such a beautiful girl", Hatfield wiederum auf der Nada-Surf-B-Seite "I wanna take you home”. Beiden gefiel das, sie blieben in Kontakt und nahmen schließlich ein gemeinsames Album auf. Und das Ergebnis klingt genau so, wie es zu erwarten war.

Ein bisschen Elektro, ein bisschen Folk, ein bisschen Schrammel-Rock und viele herzergreifende Melodien. Die Stimmen werden dabei zumeist gedoppelt, selten singt nur einer der beiden. In der Uptempo-Nummer "I don't know what to do with my hands" klingt das wie bei Tegan And Sara, beim Schlafwandler-Song "Away again" wie bei Stars. Und die Melodien, die man erst beim dritten, vierten, fünften Mal hört, sind naturgemäß die besten. Ist bei Nada Surf und bei Juliana Hatfield ja auch so.

Und "Away again", der letzte Song des Albums, ist es dann auch, der diese herrlich verspielte Platte in die Herzen schubst. Eine "Strawberry fields forever"-Harmonie sorgt für die melancholisch-surreal-verträumte Grundstimmung, und Hatfield und Caws singen: "Don't send me away again". Das ist Dream-Pop, in seiner ureigenen Definition. "This is growing up / It never ends" heißt es dann noch – und das kann man natürlich auch eins zu eins auf dieses kleine Wunderalbum übertragen. Das wäre zwar etwas zu pathetisch – aber es passt dafür umso besser.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • If I wanted trouble
  • Away again

Tracklist

  1. Buried plans
  2. I don't know what to do with my hands
  3. Far from the roses
  4. If I wanted trouble
  5. Maxon
  6. Wish you were upstairs
  7. Mixed feelings
  8. Radio static
  9. Lonely low
  10. Waiting for you
  11. Away again

Gesamtspielzeit: 40:17 min.

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