Doomriders - Grand blood

Doomriders- Grand blood

Deathwish / Indigo
VÖ: 25.10.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Auf sie mit Gebrüll

Nate Newton spielt hauptberuflich Bass bei den fröhlichen Indie-Poppern von Converge. Der Mann ist damit aber chronisch unterbeschäftigt und weiß anscheinend schon seit einigen Jahren nicht mehr, wohin mit all seiner guten Laune. Die reicht nämlich für gleich zwei ähnlich fluffige Seitenprojekte. Zum einen ist das die Supergroup Old Man Gloom mit Kollegen von Cave In, Zozobra und Isis, zum anderem sind das Doomriders, bei denen es etwas schneller und direkter zugeht, ohne gleich in die sonnigen Gefilde von Converge abzudriften.

Der Mangel am wirklich Extremen könnte in den Augen vieler Converge-Fans vielleicht die größte Schwäche von "Grand blood" sein. Newton brüllt sich zwar recht unnachgiebig durch die zehn Songs, aber die sind nicht ganz so kompromisslos und physisch fühlbar wie die Hardcore-Brecher der meisten Converge-Alben. Die gedrosselte Geschwindigkeit resultiert in einem satten Stoner-Sound, der eher massives Braten als scharfkantiges Wüten ist. In dem mächtigen "Death in heat" wirkt das ganz besonders gut, wenn die Band in drei Minuten langsam, aber noch zu zügig für richtigen Doom ihre Riffs ausspuckt und dann das Tempo in der zweiten Hälfte auf High-On-Fire-Niveau anzieht.

Allzu ausufernd wird "Grand blood" zu keiner Zeit. Die schlichte Schroffheit füllt die Band lieber mit ein paar Tritten in die Magengegend, anstatt zu sehr abzuschweifen. Im Kleinen schält sich aber hier und da doch die eine oder andere Überraschung heraus. Das knackig-kurze "Mankind" entwickelt im Mittelteil eine ohne Umwege eingängige Melodie, die sich gleich anschließend meisterhaft zertrümmern lässt. "Dead friends" ist ein straighter Punkrocksong von Leuten, denen Punkrock nicht genug Krach macht und zu gut gelaunt ist. "Back taxes" könnte mit seinen zermürbenden Leadgitarren der richtige Soundtrack für den nächsten Nervenzusammenbruch bei der Steuererklärung sein. Und "Gone to hell" ist so erschreckend clean, dass man sich fragt, ob der Rest der Platte nicht mit Gesang statt Gebrüll sogar noch besser gewesen wäre.

Fröhlich, fluffig und sonnig ist das alles natürlich genausowenig wie die eingangs phantasiehalber so bezeichneten Converge. Man könnte Nate Newton allerdings mal fragen, warum denn bei so viel kreativer Beschäftigung nicht einmal eine Platte herauskommt, die man auch im Sommer hören kann, ohne dass es einem gleich die Laune verhagelt. Bis dahin sind und bleiben Doomriders die eingängigste seiner Bands.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Mankind
  • Dead friends
  • Gone to hell

Tracklist

  1. Intro
  2. New pyramids
  3. Mankind
  4. Grand blood
  5. Bad vibes
  6. Dead friends
  7. We live in shadows
  8. Death in heat
  9. Back taxes
  10. Gone to hell
  11. Father midnight

Gesamtspielzeit: 44:53 min.

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