Christian Kjellvander - The pitcher

Christian Kjellvander- The pitcher

Tapete / Indigo
VÖ: 01.11.2013

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

The Swede

Das Leben ist ein stetiges Auf und Ab. Christian Kjellvander würde diese etwas plumpe Weisheit mit Sicherheit ohne zu zögern unterschreiben. Seit seinem letzten Album "The rough and rynge" vor zweieinhalb Jahren verstarb sein Bruder und Musikerkollege Gustaf Kjellvander, und Christian Kjellvander selbst wurde Vater eines Sohnes. "The scales always find a way to level out" wie Conor Oberst dieses Kommen und Gehen auf "Cassadaga" beschrieb. All diese emotionalen Wellen sind "The pitcher" nicht übermäßig anzumerken. Kjellvanders fünftes Soloalbum befindet sich in einem Zustand emotionaler Stabilität, strahlt mitunter vor Schönheit und weiß gar nicht, wohin mit seinen Reizen. Es ist nur einmal mehr die Spannung, die Kjellvander nicht über ein gesamtes Album halten kann.

"The pitcher" entstand unter Mithilfe von Musikern des Göteborger Sinfonieorchesters innerhalb von zehn Tagen in einer alten Kirche irgendwo auf dem schwedischen Land. Die Schwingungen dieser besonderen Ortschaft, die Stille, die Weite und Romantik hat Kjellvander in neun manchmal etwas zu langatmige Folksongs gepackt. Die allerdings in den besten Momenten zu den schönsten Aufnahmen gehören, die der Schwede jemals auf Platte gebannt hat. "The bloodline" geleitet aus dem Album heraus und ist gleichzeitig auch der einsame Höhepunkt auf "The pitcher", schlägt es doch einen Bogen zu Springsteens "Nebraska" und "The ghost of Tom Joad". Begleitet von einer Gitarre und der sensibel eingewobenen weiblichen Backgroundstimme, singt Kjellvander aus tiefstem Herzen von Verlust, Leben und Liebe.

Nur ein weiteres Mal erreicht Kjellvander diese Intensität, im großen Refrain von "The zenith sunset" in dem er fast flehend bittet "Upon my return I beg of thee / Please lie to me / I need not to know what's been going on / My only need is to be". Der Song rumpelt sachte vor sich hin, die Unsicherheit Kjellvanders ist zum Greifen, die Luft so dick, dass man sie schneiden könnte. "There ain't no pain" beschwört der Schwede und kann die Dämonen doch nicht endgültig abschütteln. Mit "And finally / Listen to me / There is nothing wrong with love" beschließt Kjellvander standesgemäß "The pitcher", das ein schönes Album geworden ist, aber den ganz großen Wurf weiterhin aufschiebt.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • The zenith sunset
  • The bloodline

Tracklist

  1. The mariner
  2. The zenith sunset
  3. The trip
  4. The woods
  5. The field before
  6. The crow
  7. The valley
  8. The island
  9. The bloodline

Gesamtspielzeit: 35:28 min.

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