Various Artists - Total Lee - The songs of Lee Hazlewood

Various Artists- Total Lee - The songs of Lee Hazlewood

City Slang / Labels / Virgin / EMI
VÖ: 03.06.2002

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Des Kaisers neue Stiefel

Wer war noch mal Lee Hazlewood? Nein, bevor wir jetzt in den Untiefen unseres musikalischen Halbwissens herumfummeln und am Ende noch mit dem Sänger von "Looking for freedom" ankommen, schlagen wir doch gleich mal im Lexikon der großen Songwriter des 20. Jahrhunderts nach: notorischer Schnurrbartträger, Western-Swinger, Bindeglied zwischen Johnny Cash und Lou Reed, Entdecker von Duane Eddy, angeblicher Liebhaber von Nancy Sinatra. Und zudem mit "These boots are made for walkin'" Autor einer der unwiderstehlichsten Ohrwürmer, die je von den Leningrad Cowboys in Wodka getränkt wurden.

Auf "Total Lee" können wir uns nun überzeugen, daß es längst nicht nur diese Redneck-Hymne war, die Hazelwoods Ruhm begründete. Getreu dem Motto "Someone else is getting all your best" aus eben diesem Schlager, der diesmal gar nicht dabei ist, ließ man die Elite des alternativen Folk- und Country-Schaffens nebst ein paar unerwarteten Abweichlern auf Klassiker wie "Some velvet morning" oder "Sand" los. Die Mariachi-Romantiker Calexico ließen sich ebenso auf den Plan rufen wie Lambchop, die Tindersticks oder Ex-Zitronenkopf Evan Dando. Der kollektive Ausritt geriet dabei zu mehr als einer respektvollen Landpartie. Im Westen viel Angenehmes.

Madrugada zum Beispiel. Unnachahmlich, wie sie in "Come on home to me" die Verführung fast greifbar machen. Oder Leisetreter Erlend Øye von den Kings Of Convenience, der verlassen am Bahnhof steht und schulterzuckend feststellt, daß kein Zug nach Stockholm fährt. St. Thomas beschwört derweil Canned Heat, Kathryn Williams säuselt elfenhaft, und rostige Stimmen singen in den Sonnenuntergang. Selbst gestandene Britpopper setzen sich den Stetson auf. Jarvis Cocker gräbt in der Wüste nach dem Blues, während Babybird Stephen Jones mit den Blumenkindern schunkelt. Selbst völlig genrefremde Bastler wie Kid Loco ordnen ihren Spieltrieb den Songs des Meisters unter. Und die bekommt man so schnell nicht klein. Lee Hazlewood ist eben nicht David Hasselhoff. Zum Glück.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Come on home to me (Madrugada feat. Neil Mc Nasty)
  • No train to Stockholm (Erlend Øye)
  • Sand (Calvin Johnson & Mark Pickerel)
  • Summer wine (Evan Dando & Sabrina Brooke)

Tracklist

  1. I'm glad I never (Lambchop)
  2. Come on home to me (Madrugada feat. Neil Mc Nasty)
  3. Some velvet morning (The Webb Brothers)
  4. Sundown, sundown (Calexico feat. Valerie Leulliot)
  5. Sleep in the grass (Johnny Dowd)
  6. Got it together again (St. Etienne)
  7. The railroad (St. Thomas)
  8. A cheat (Jarvis Cocker & Richard Hawley)
  9. No train to Stockholm (Erlend Øye)
  10. Soul's island (The Amazing Pilots)
  11. Easy & me (Kathryn Williams)
  12. My autumn's done come (Tindersticks)
  13. We all make the flowers grow (Stephen Jones & Luke Scott)
  14. Sand (Calvin Johnson & Mark Pickerel)
  15. Summer wine (Evan Dando & Sabrina Brooke)
  16. If it's monday morning (Kid Loco feat. Tim Keegan)

Gesamtspielzeit: 58:54 min.

Referenzen

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