Motörhead - Aftershock

Motörhead- Aftershock

UDR / EMI
VÖ: 18.10.2013

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Mit vollem Herzen

Der Schreck war dann doch größer als erwartet. Natürlich war allgemein bekannt, dass das Leben als Verkörperung von Sex, Drugs & Rock 'n' Roll mittlerweile tiefe körperliche Spuren bei Lemmy Kilmister hinterlassen hatte, musste sich der Motörhead-Frontmann doch im März diesen Jahres gar einen Defibrillator einsetzen lassen. Als Konsequenz mussten jede Menge Festivals ohne die Rock-Institution auskommen. Nur Wacken, das wollte er sich nicht nehmen lassen. Als Lemmy dann aber bei brütend heißem Wetter kreidebleich auf die Bühne wankte und das Konzert nach gerade mal einer halben Stunde erschöpft abbrechen musste, wurde manchen Festivalbesuchern doch mulmig. War's das jetzt mit "We are Motörhead, and we play rock'n'roll"?

Zumindest auf Platte merkt man Lemmy die körperlichen Malaisen jedenfalls nicht an. Denn "Aftershock" beginnt wie so viele Motörhead-Alben zuvor: Kkeine langen Spielereien vorweg, den Rickenbacker-Bass eingestöpselt und ab dafür. Vielleicht ein wenig gepresster gesungen als früher, lässt es der Opener "Heartbreaker" an nichts mangeln - einfach nur konsequent gut gemachter Rock ohne Überraschungen. Ähnlich tritt auch "Coup de grace" aufs Gas, bevor es mit dem Groover "Lost woman blues" so richtig erdig wird. Und die Herren Kilmister, Campbell und Dee dabei so ein ganz kleines bisschen in Richtung einer gewissen "Lil' ol' band from Texas" mit außergewöhnlich langen Bärten schielen.

Auch danach geht's so kompromiss- wie überraschungslos in die Vollen, vor allem bei den Dampf-Stampfern "End of time" oder "Death machine". Ausreißer ist allerdings "Dust and glass", ein feine düstere Ballade, die Lemmy von einer sehr verletzlichen Seite zeigt (ja, das gibt's!). Einzig "Crying shame" entpuppt sich als echter Stinker, ein ziemlich belangloses Stück 08/15-Rock. Danach wird das Niveau zwar wieder höher, und "Queen of the damned" oder "Keep your powder dry" sind zwar ziemlich okay, aber doch etwas arg routiniert. Macht aber nichts - erstens dürfen Motörhead das, und zweitens bleibt beim abschließenden "Paralyzed" dank famoser Gitarrenarbeit von Phil Campbell mal wieder kein Stein auf dem anderen.

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Da wird der Frontmann einer Band, die seit nunmehr 38 Jahren besteht, in diesem Jahr 68 Jahre alt. Mit einem Blutkreislauf, der eher an eine ausgeklügelte Whiskey-Abfüllerei erinnert als ans Lehrbuch für Internisten. Und doch schafft Lemmy es immer wieder, zusammen mit Campbell und Dee, die mittlerweile auch schon mehr als 20 Jahre das Bandgefüge bilden, ein gutes Album nach dem anderen zu produzieren. Das ist auf seine eigene kauzige Art und Weise stur. Aber genau deswegen ist er zu dieser Rock-Institution geworden. Dass er anscheinend doch nicht unsterblich ist, wurde allen in den letzten Monaten schmerzlich vor Augen geführt. Hoffen wir, dass er doch noch ein paar Jahre so etwas ähnliches wie gesund bleibt und noch das ein oder andere Album der Güteklasse von "Aftershock" aufnehmen darf.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Coup de grace
  • Lost woman blues
  • Dust and glass
  • Paralyzed

Tracklist

  1. Heartbreaker
  2. Coup de grace
  3. Lost woman blues
  4. End of time
  5. Do you believe
  6. Death machine
  7. Dust and glass
  8. Going to Mexico
  9. Silence when you speak to me
  10. Crying shame
  11. Queen of the damned
  12. Knife
  13. Keep your powder dry
  14. Paralyzed

Gesamtspielzeit: 46:53 min.

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obstacle3

Postings: 25

Registriert seit 20.06.2013

2013-10-18 13:27:40 Uhr
Ich will ja nicht spitzfindig sein, aber in der Rezi steht "Kkeine langen Spielereien vorweg, den Rickenbacker-Bass eingestöpselt und ab dafür." Kein Trollen, lediglich Rechtschreibpedantismus.

Steev Mikki

Postings: 737

Registriert seit 07.08.2013

2013-10-08 19:38:59 Uhr
http://loudwire.com/motorhead-queen-of-the-damned-exclusive-song-premiere/

Klingt gut und wie immer.^^

MM13

Postings: 1593

Registriert seit 13.06.2013

2013-09-11 19:32:01 Uhr
geil,wenns auch soundtechnisch whrscheinlich keine grossen überraschungen geben wird.
Nun
2013-09-11 19:11:12 Uhr
Die Frage wird sein, auf wie vielen Dates und wie lange Lemmy auf der Bühne stehen wird.
Vermutlich legt er es darauf an, auf der Bühne das Zeitliche zu segnen.
Dennoch...Lemmy wird man nicht mehr lange auf Bühnen zu Gesicht bekommen.

Armin

Postings: 14507

Registriert seit 08.01.2012

2013-09-11 18:51:19 Uhr
Motörhead – neues Album “Aftershock“ erscheint am 18. Oktober 2013



Silence, silence

Silence when you speak to me!

Lemmy Kilmister



Seit nunmehr 38 Jahren ist Motörhead eine Konstante im Rock und noch immer ein Statement

für trotzige Rock’n’Roll Energie. Motörhead sind so unverrückbar wie der starke Fels in der Brandung im Umfeld der musikalischen Trends.



Am 18. Oktober 2013 veröffentlichen Motörhead ihr 21. Studioalbum, ein gewaltiger, prophetischer Aftershock. Auf den Punkt gebracht enthält es alles, für das Motörhead steht. 14 eindrucksvolle Motörhead-Songs, die Aftershock zu einem der besten Motörhead-Werke machen. Schwadronierend, kraftvolle Stöße, Geschwindigkeit, Stärke, schmutzige Grooves , bluesige Riffs und Lemmys unverkennbare Stimme zeigen - Motörhead are Motörhead are Motörhead….



Aufgenommen wurden die Songs in den NRG Studios in Hollywood, Langzeit Produzent Cameron Webb zeichnet für das Mixing und Recording.



Polternd, unabhängig und kraftvoll kommen die Songs: ‚Death Machine‘ und ‚Heart Breaker‘ sind wilde Motörheadrocker, die die Riffs direkt in den Kopf schlagen und man sieht sich direkt in der Menge, den Text aus vollem Hals brüllend. ‚Queen Of The Damned‘ kommt mit hypnotischen Riffs, ein kurzer Erholungsmoment und dann ein fulminantes Mikkey Dee Solo – born und bred Motörhead. Bei ‚Paralyzed‘ attackiert Phil Campbell, was die Gitarre hergibt und Lemmy nimmt uns mit auf einen donnernden Rickenbacker Trip bei ‚Going To Mexico‘.‘ Lost Woman Blues‘ ist der erste Midtempo Song des Albums, elektrisierender Bass und Gitarre, ‚Dust and Glass‘ – Lemmys rauchige Barstimme – eine Blues Ballade – fast schon Motörhead-Romantik. Bei ‚Coup de Grace‘ wünscht man sich das zu tun, was Hooligans tun, einfach den Fernseher nehmen und aus dem Fenster werfen. ‚Silence When You Speak To Me‘ - die Lyrik spricht für sich und man ist einmal mehr fasziniert von Lemmys Fähigkeit, Texte zu schrieben.



‚Klau es wenn du musst, aber besser ist, du kaufst das Album‘ sagt Lemmy mit unverkennbarem Stolz.

Mikkey Dee bestätigt, dass es ein sehr, sehr starkes Motörhead Album ist und alles das beinhaltet, für das Motörhead steht und Phil Campbell fügt hinzu:‘ Ich mag die Variationen, die das Album bietet und meine, dass es eins unserer besten Werke ist‘.





Motörhead Tour 2013:



7. Nov Zürich – Hallenstadion

9. Nov Paris – Zenith

11. Nov Deinze - Brielpoort

13. Nov Nottingham – Royal Concert Hall

14. Nov Newcastle – City Hall

16. Nov London – Brixton

17. Nov London – Brixton

19. Nov Wolverhampton – Civic Hall

20. Nov Manchester – Apollo

22. Nov Glasgow – Academy

26. Nov Berlin – Velodrom

27. Nov Frankfurt – Jahrhunderthalle

29. Nov Stuttgart – Schleyerhalle

30. Nov München – Zenith

2. Dez Düsseldorf – MEH

3. Dez Hamburg – Sporthalle

6. Dez Horsens – Forum Horsens

8. Dez Oslo – Sentrum Scene

10. Dez Helsinki – Hartwall Arena

12. Dez Linkoping – Cloetta Center




Mehr Infos unter:

www.imotorhead.com

www.udr-music.com

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