The BossHoss - Flames of fame

The BossHoss- Flames of fame

Island / Universal
VÖ: 11.10.2013

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Ex-Cowboys

Vom Cowboy zum Motorrad-Fahrer:The BossHoss machen es vor und klingen auf ihrer neuen Platte wie Highway-Touristen, dessen Lieblingsband in der genauen Mitte von Steppenwolf und AC/DC liegt, auch wenn sie das vielleicht gar nicht gewollt haben. Dabei wird sich besonders darauf konzentriert, die charakteristischen sowie tiefen Stimmen der Frontmänner Boss Burns und Hoss Power in Szene zu setzen. Besonders wichtig: den Flow nicht zu verlieren, der genauso natürlich erscheint wie ein Atomkraftwerk.

Denn wenn man mal ehrlich ist, hat der Casting-Show Juroren-Job nicht nur den Bekanntheitsgrad der Gruppe gesteigert, sondern auch ihren Stil verändert. Machten sie vor einigen Jahren noch mit Coversongs im Country-Style auf sich aufmerksam, setzen sie heute vor allem auf eingängie Melodien. Dass das nicht immer Schlechtes heißen muss, ist bekannt. Im Fall von The BossHoss hatte man allerdings den genialen Einfall, gleich das ganze Album wie einen einzigen Song klingen zu lassen. Beim Opener "Bullpower" wird man dabei gleich überrannt. Und zwar nicht nur von lauten Gitarren, sondern auch von stereotypischer Männlichkeit, die nur echte Cowboys so in die Welt posaunen können. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Gott liebt Cowboys. Auch wenn so nichts davon im Alten Testament steht. Die Zeile "So if you mess with BossHoss, you mess with god" bringt aber nicht nur auf wahrscheinlich ungewollte Weise zum Schmunzeln, sondern lässt ernsthaft hoffen, dass die Band hier selbstironisch vorgegangen ist und das Album mit dem selben Humor produzierten, den sie in Interviews oftmals zeigen. Vielleicht musste der Vers aber auch einfach nur als Steigerung des Lady Gaga'schen Albumtitels "Flames of fame" herhalten.

Für langjährige Fans der Band ist dieses Album wohl entweder eine Enttäuschung oder positive musikalische Entwicklung. The BossHoss präsentieren sich rauer und lauter als in der Vergangenheit und lassen mehr Rockmusik als Country-Elemente durchsickern. Bis auf wenige ruhigere Stücke wie "Easy to love" sticht dabei aber kein Song wirklich aus der einheitlichen Menge heraus. Neueinsteiger der Gruppe können also getrost bei ihrem "Like ice in the sunshine"-Cover verweilen und sich den Sommer zurückwünschen. Etwas Wichtiges verpassen werden sie dabei sicherlich nicht.

(Lena Zschirpe)

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Highlights

  • Bullpower
  • Easy to love

Tracklist

  1. Bullpower
  2. Do it
  3. Whatever
  4. Eager beaver
  5. My personal song
  6. What if
  7. Easy to love you
  8. A little bit more more
  9. Backdoor man
  10. Yes or no
  11. God loves cowboys

Gesamtspielzeit: 45:00 min.

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