Alex Barck - Reunion

Alex Barck- Reunion

Sonar Kollektiv / Al!ve
VÖ: 04.10.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

NoJazz

Bei den ersten Klängen von "Reunion" denkt man kurz, Jónsi von Sigur Rós hebt sein Stimmchen, doch ein paar Takte und Oktaven später erfüllt tiefer Soul und Deep House den Raum. Dazu trabt der ewig entspannte, langsame Beat im lieb gewonnenen, gut tanzbaren Vierviertel-Takt. Ab und an blitzen die Elfenklänge aus Island noch im Hintergrund auf und die Drum-Machine imitiert den Herzschlag wie damals bei "Teardrop" von Massive Attack. Das atmosphärische Gewand, die ausladende Geste und die typischen Grooves ziehen tatsächlich eine übergreifende Referenz zu den Trip-Hopern aus Bristol. Der erste Song "Doubter" featuring Jonatan Bäckelie klingt mächtig und voller Pathos, aber nicht unbedingt wegweisend und bestimmend für das Gesamtwerk "Reunion". Gemäß der Mentalität von House-Musik finden sich viele Einflüsse, Samples und Überschneidungen mit anderen Genres auf Barcks erstem Soloalbum. Fest steht, "Doubter" liefert den perfekten Einstieg für eine extrem chillige, sehr groovige Platte mit genug Club-Sounds zum Tanzen.

Alex Barck hat sich für "Reunion" ein Jahr Auszeit von seiner Heimatstadt Berlin genommen und das Album auf der Insel La Réunion im indischen Ozean produziert. Neben dem Albumtitel zeigen Songs wie "Oh Africa" und "Move Slowly" featuring Bea Anubis ganz konkret den Einfluss der tropischen Umgebung. Hier teilen sich afrikanische Stammesgesänge, Trommelfeuer und elektronische House-Beats friedlich einen Platz auf dem Album. Jedes Puzzlestück, jedes Klangelement, jeder Vokalpart hat hier seine Berechtigung, ohne als bloßes Beiwerk zu erscheinen. Es klingt als wären die afrikanischen Jodelgesänge und tropischen Klänge fernab von Party-Metropolen für Elektro gemacht. Und umgekehrt wirken die Housebeats wie ein idealer Soundtrack für die traditionellen Klänge von der Südsee. Neu trifft alt. Club-Sound aus der Büchse trifft tropische Tiefenentspannung. Auf dem letzten Track "Reunion" hört man sogar die Wellen vom Meer an die Lautsprecherboxen schwappen. Und deshalb funktioniert der Sound nicht nur auf der Insel, sondern nach Barcks Rückkehr nach Berlin, auch in den Clubs und Bars hierzulande. Barck, Mitglied von Jazzanova und Mitbegründer des Labels "Sonar Kollektiv", fabriziert vor allem mit Titeln wie "Atmosphere", "Don't hold back" und "Re-set" ein Album mit solider Tanzmusik voller Soul, spirituellen Klängen und einer fetten Bassline. Dazu gesellen sich jede Menge Gastmusiker, wie Christine Salem, der besagte Jonatan "Ernesto" Bäckelie, Stee Downes oder Fetsum. Eine besondere Freude ist dabei der Song "Why and how" mit ebenjenem. Ein euphorisches Feuerwerk bestehend aus lauten Schlägen auf die Bassdrum, Handclaps und Hi-Hats. Dazu gibt es die soulig tiefe Stimme von Fetsum, der fast schon wie ein Prediger den erlösenden und wegweisenden Appell "Four to the floor" ausspricht. Ein basslastiger Song, der am Strand von La Réunion seine Tanzschuhe anzieht und zur Primetime bei allen Tanzwütigen im Berghain, Weekend Club und Co. landet. Auf zum Tanz.

(Natalie Cada)

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Highlights

  • Doubter
  • Why & how
  • Atmosphere

Tracklist

  1. Doubter feat. Jonatan Bäckelie
  2. Re-set feat. Pete Josef
  3. Oh Africa feat. Christine Salem
  4. Atmosphere
  5. Don't hold back feat. Jonatan Bäckelie
  6. Automatic systematique
  7. Spinning around feat. Pete Josef
  8. Like a drug feat. Stee Downes
  9. We get high feat. Jonatan Bäckelie
  10. Why & how feat. Fetsum
  11. Move slowly feat. Bea Anubis
  12. Reunion

Gesamtspielzeit: 75:03 min.