Alter Bridge - Fortress

Alter Bridge- Fortress

Roadrunner / Warner
VÖ: 27.09.2013

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Nabelschnur durch

Große Metalballaden gehören zu den Königskategorien solcher Bands. Alter Bridge scheitern erneut. Als vorgezogene Krönung ihres ansonsten wild prügelnden Albums "Fortress" versucht sich die Band mit dem programmatischen Titel "All ends well" unsterblich zu machen. Der Schuss geht allerdings ziemlich nach hinten los, trieft er doch vor selbstbeweihräuchernder Ergriffenheit über den großen, fünf Minuten langen Soundbogen. Die Krönung versagen sie sich also selbst. Statt dessen überraschen Myles Kennedy, Mark Tremonti und Gehilfen an anderer Stelle. Alter Bridge knallen mit ihrem vierten Studioalbum mit aller Härte um sich und mähen alles nieder, dass sich in den Weg stellen will. Und emanzipieren sich endlich ein gutes Stück von Creed, die insbesondere durch die bisher in der Vielfalt sehr eingeschränkten Soundfraktion immer wieder und viel zu oft zum Vorschein kamen.

Auch wenn mit Michael Baskette derselbe Produzent verantwortlich zeichnet, der auch schon die Finger an den Reglern von "Blackbird" und "ABIII" hatte, hat sich doch das Soundspektrum der Band ein wenig verschoben. Kaum noch Spuren des Creedschen Betroffenheitsrocks finden sich auf "Fortress". Alter Bridge haben sich tatsächlich weiterentwickelt, was umso deutlicher wird, je länger die Platte voranschreitet. Den ersten großen Einschnitt bedeutet der Song "The uninvited", durch den schwache Strahlen von Mastodon und Opeth strahlen. Und spätestens mit "Farther than the sun" und dem abschließenden Titeltrack, die einen ähnlichen Weg einschlagen wie "The uninvited", wird klar, dass Alter Bridge tatsächlich ganz anders könnten, als sie auf ihren ersten drei Platten gezeigt haben. Die drei Songs sind zwar ausladend und drohen, sich in Gitarrensoli zu verlieren, konzentrieren sich aber immer wieder aufs Wesentliche und machen es sich vor allem nicht zu leicht. Hier zählt nicht nur die Härte, sondern auch die Stille, die Struktur, die Wendungen und die Pausen, die diese drei Songs deutlich abheben.

Wahrscheinlich war es ein Glück für Alter Bridge, dass die Band eine kurze Pause einlegte, in der die Abteilung Sound um Mark Tremonti, der hier mit "Waters rising" tatsächlich auch einmal die Lead Vocals beisteuern darf, mit dem alten Kumpel Scott Stapp als Creed auf Tour gingen. Und Myles Kennedy vertrieb sich die Zeit mit Slash. Da liegt Nahe, dass Alter Bridge nicht mehr nur als Fortführung von Creed verstanden werden wollte, sondern eben aus Gründen der Abwechslung nun auch andere Felder ertasten will. "Fortress" ist ein überraschendes Album, das sich weiterhin aus Post-Grunge, Metal und Hard Rock seine Versatzteile besorgt, diese aber anders mischt als bisher. Dass zwischendurch immer mal wieder die alten, in Pathos getränkten Creed-Wunden aufgerissen werden, ist zwar der einzige, doch bedeutende Wermutstropfen. Aber Alter Bridge sind ja auch gerade erst im Begriff, sich endlich abzunabeln. Unsterblich sind sie nicht, aber so vital wie hier waren sie noch nie.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • The uninvited
  • Farther than the sun
  • Fortress

Tracklist

  1. Cry of Achilles
  2. Addicted to pain
  3. Bleed it dry
  4. Lover
  5. The uninvited
  6. Peace is broken
  7. Calm the fire
  8. Waters rising
  9. Farther than the sun
  10. Cry a river
  11. All ends well
  12. Fortress

Gesamtspielzeit: 62:52 min.

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alter, bridge!
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Donny

28.09.2013 - 19:12 Uhr
Ich kenne ja im Endeffekt nur die ersten drei Alben von Creed wie auch das Solo-Album vom Tremonti.

"Fortress" ist die erste von mir angehörte Alter-Bridge-Platte ... und ich bin platt! Starkes Teil!


wie ist denn das solo-album von tremonti? zu empfehlen?
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