Cloud Control - Dream cave

Cloud Control- Dream cave

Infectious / Cooperative / PIAS / Rough Trade
VÖ: 20.09.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Luft der Großstadt

Als 2011 das Debüt der australischen Band Cloud Control mit etwas Verspätung hierzulande veröffentlicht wurde, wussten auch die Deutschen endlich, was die Welt schon im Jahr zuvor erfahren durfte: Da kommt etwas Neues, Gutes, Schönes auf sie zu. "Bliss release" hielt, was sein Titel versprach, setzte Emotionen frei und sorgte für frischen Wind im seinerzeit tatsächlich etwas angestaubten Genre Psychedelic Pop, das sich in den letzten Jahren wieder glänzend und strahlend über internationale Grenzen erstreckt. Mit dem Umzug des Quartetts von Australien nach England kam nicht nur eine räumliche Veränderung. Wurde das erste Album noch in der Natur nahe der Blue Mountains bei Sydney aufgenommen und sog diese organische Frische förmlich in sich auf, durfte der Nachfolger "Dream cave" nun Londoner Großstadtluft atmen. Ein Nachteil? Wohl kaum.

Tatsächlich ist es eher so, dass der neue Lebensmittelpunkt im Stadtteil Hackney für einen gewissen Biss in den Songs und gar für etwas Kratzbürstigkeit sorgt. Glückselige Momente gibt es auch hier noch genügend, doch sind die Feinabstimmungen und Grauschattierungen etwas detaillierter gezeichnet. Da wäre das gleichermaßen düstere wie tanzbare "Island living" mit seinem kurzangebundenen Schlagzeugspiel und dem geradezu pulsierenden Bass, oder auch das synthiestarke "The smoke, the feeling", gesungen von Keyboarderin Heidi Lenffer, die die Band einst überhaupt erst zusammengeführt hat. Was sich angesichts der offensichtlichen Harmonie innerhalb des Bandgefüges wie eine Ewigkeit anfühlt, ist in der Realität gerade mal sechs Jahre her. So schnell kann es gehen.

Gibt sich die erste Single "Dojo rising" noch bewusst entspannt-lässig und lädt nicht nur dank des sich im Refrain wiederholenden Ausspruchs "And I don't want anything / Yeah" zum süßen Nichtstun ein, geht es mit dem zynischen "Happy birthday" wieder auf Achse. Startet Lenffer hier zunächst noch solo und akustisch durch, entwickelt sich das Teil plötzlich zur rockigen Bandnummer, die am Ende nicht nur ein astreines Gitarrensolo verpasst bekommt, sondern eine Sekunde später auch noch Einblick in die Studioaufnahmen inklusive Anstoßen gewährt. Etwas differenzierter als die restlichen zehn Stücke klingt hingegen "Ice age heatwave" mitsamt im Vordergrund stehenden Alternative-Rock-Elementen. Eine Konsequenz des Umzugs? Falls dem so ist, hätte man gern mehr davon. Dass sich Cloud Control aber auch auf ihrem zweiten Album in keine Schublade stecken lassen, beweist spätestens der Titeltrack, der munter zwischen 50er-Jahre-DooWop, The Velvet Underground & Nico und David Bowie wechselt und ganz plötzlich mit drei Minuten Regengeplätscher endet. Eine Annäherung an die neue Heimat? Gut möglich. Angekommen sind Cloud Control dort allemal.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Dojo rising
  • The smoke, the feeling
  • Happy birthday
  • Dream cave

Tracklist

  1. Scream rave
  2. Dojo rising
  3. Promises
  4. Moonrabbit
  5. Island living
  6. The smoke, the feeling
  7. Scar
  8. Happy birthday
  9. Ice age heatwave
  10. Tombstone
  11. Dream cave

Gesamtspielzeit: 44:51 min.

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