MGMT - MGMT
Columbia / Sony
VÖ: 13.09.2013
Unsere Bewertung: 8/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
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Wie würde man jemandem die Musik von MGMT beschreiben, der noch nie von der Band gehört hat? Gut, zugegeben: Selbst der gemeine "Ich höre alles"-Typ, den jeder in seinem Freundeskreis hat und der glaubt, dass das, was ganz oben in den Charts steht, automatisch gut sein müsse, sollten MGMT mittlerweile ein Begriff sein. Und wenn nur durch deren Hits "Kids" oder "Electric feel". Dennoch: Eine wirkliche Charts-Band waren und sind Ben Goldwasser, Andrew VanWyngarden und ihre Kollegen nicht. Den Anspruch haben sie auch gar nicht. Und nicht einmal ihr Label erwartet Top-Platzierungen, wie VanWyngarden kürzlich in einem Interview verkündete. Aber zurück zur Ausgangsfrage: Wie beschreibt man sie denn nun, die Musik von MGMT?
Ein schwieriges Unterfangen, zumal sich die Band von Album zu Album verändert und weiterentwickelt und laut eigener Aussage einfach musiziert, wie es ihr gerade in den Kram passt. Ob sich MGMT ihre Songs selbst anhören würden? Eher selten. Und obwohl das 2008er Debüt "Oracular spectacular" noch halbwegs als harmloser, psychedelischer Indie-Pop durchging, drehte schon der Nachfolger "Congratulations" nur zwei Jahre später vollkommen am Rad. Das gefiel nicht allen, und bisweilen gestaltete sich der Zugang dazu sogar richtig schwierig. Kein Wunder bei diesem verkopften Kunstwerk, das man sich hart erarbeiten musste. Sogar die Band selbst bezeichnet ihr zweites Album als "paranoid", was vor allem an dem kurzen Abstand zwischen der Tour zum Debüt und den neuen Aufnahmen gelegen habe. Beim dieser Tage erscheinenden dritten, selbstbetitelten Werk hatten Goldwasser und VanWyngarden mehr Zeit. Einfacher wurde es dadurch nicht.
Abgedreht, das wäre vielleicht mal der Anfang einer Beschreibung. Schon die bereits im Frühjahr veröffentlichte Single "Alien days" macht als sicher bewusst spaciger Opener deutlich, in welche Richtung es auch hier wieder gehen wird. Wie von einem anderen Planeten gibt sich das Stück, wandelt zwischen Heimeligkeit und Unnahbarkeit und klingt dabei wie eine Art Psychedelic-Pop-Oper, die genau daran anknüpft, womit MGMT bereits beim zweiten Album weitermachten: Alle Erwartungen werden hier rigoros über Bord geworfen, Liebhaber des Alten können, aber müssen das Neue nicht mögen. Kompromisslos und unbeirrt geht die Band ihren Weg. Dass man ihn mit Freuden mitläuft, ist pures Glück. Für beide: Band und Mitläufer.
Etwas zugänglicher als "Congratulations" ist "MGMT" dabei schon, und dennoch alles andere als einfach. "A good sadness" ist ein stampfendes und zugleich zurückhaltendes Monster, "Introspection" ein obskures Cover eines Songs von 1968, das dem Original von Faine Jade quasi einen Raumanzug angezogen und es ins Universum geschossen hat, und die zweite Single "Your life is a lie" ein irrer Roadtrip, an dem auch die Flaming Lips ihre helle Freude hätten. Und natürlich nicht nur die. Dank des Videos könnten sich auch noch ein paar Liebhaber des schnellen Schnitts und der wirren Thematik unter den neuen Fans einreihen.
Eine weitere Flaming-Lips-Reminiszenz bietet das tragisch-traurige Wortspiel in "I love you too, death", wobei der Song mit seiner Stimmung direkt an das dramatische letzte Lips-Album "The terror" anschließt. Wieder ist da diese Zwiespältigkeit, diese Gratwanderung zwischen Eiseskälte und wohliger Wärme, vollkommener Hoffnungslosigkeit und aufkommender Euphorie. Und wer hier im Verlauf keine Raumschifflandung zu hören glaubt, sitzt vielleicht schon längst selbst drin. Nach dem charismatischen Abschluss "An orphan of fortune" weiß man dann aber immer noch nicht, wie man sie denn nun beschreiben soll, diese Musik. Selbst anhören ist die beste Lösung, klar. Aber auch die einfachste? Sicher nicht. Aber wer will die schon?
Highlights
- Alien days
- Your life is a lie
- I love you too, death
- An orphan of fortune
Tracklist
- Alien days
- Cool song no. 2
- Mystery disease
- Introspection
- Your life is a lie
- A good sadness
- Astro-mancy
- I love you too, death
- Plenty of girls in the sea
- An orphan of fortune
Gesamtspielzeit: 44:29 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
User | Beitrag |
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Jenny |
2019-07-28 13:34:31 Uhr
Liebes Tagebuch,weißt du noch damals? Luftbläschen, Regenbogen, Kuscheln. Tanzen. 8/10 |
carpi Postings: 1606 Registriert seit 26.06.2013 |
2018-01-13 21:31:46 Uhr
"Außer "Mystery Disease" ist bei mir noch nix hängen geblieben." Geht mir ähnlich, dieser Song ist aber mal verdammt lässig. Bin aber auch erst beim zweiten Durchgang. |
XTRMNTR. |
2016-03-28 21:53:46 Uhr
Kill all Hippies !!! |
XTRMNTR |
2016-03-28 21:51:40 Uhr
A klana Indiana will Tag und Nacht nur poppen, und fängt er einmal an, dann ist er nicht zu stoppen!BOY THAT FEELS GOOD, BOY THAT FEELS GOOD! HEYAHEYAHEY HEYAHEYAHEY |
XTRMNTR Postings: 1273 Registriert seit 08.02.2015 |
2016-03-28 21:47:41 Uhr
Dieses Album ist eine Wohltat für meine Haarsinneszellen.Wächst mehr und mehr und macht fast schon süchtig. Für mich ihr schwierigstes aber auch bestes. |
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Referenzen
The Flaming Lips; A Mountain Of One; Tortoise; Golden Silvers; Mountaineers; Discovery; Of Montreal; Ariel Pink's Haunted Graffiti; Tame Impala; Pond; Girls; Super Furry Animals; The Bees; Sunset Rubdown; Pink Floyd; Love; The Beach Boys; The Byrds; The Beta Band; The Zombies; The High Llamas; Spacemen 3; Kreidler; The Low Frequency In Stereo; Islands; Telefon Tel Aviv; Orbital; King Crimson; Sonic Boom; Spectrum; Menomena; My Morning Jacket; Yeasayer; Simian; Chairlift; Vampire Weekend; Brian Eno; Passion Pit; The Sleepy Jackson; Ween; The Unicorns; Suburban Kids With Biblical Names; Department Of Eagles; The Beatles; Deerhunter; Gang Gang Dance