Tedeschi Trucks Band - Made up mind

Tedeschi Trucks Band- Made up mind

Sony
VÖ: 16.08.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Immer mit der Ruhe

Blues-Platten sind ein zweischneidiges Schwert. Es gibt sicher einige ganz famose, die aber von primitiven Rockerhirnen, wie sie bei uns in der Redaktion gehäuft vorkommen, einfach nicht verstanden werden. Zu technisch und steril klingt so manches in unseren Ohren, das aber dem Connaisseur das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Powerakkorde verstehen wir ja noch, aber diese ganzen verschiedenen Skalen und so sind doch etwas anstrengend. Wie schön, dass ab und zu eine Band vorbeikommt, die uns die ganze Sache leicht verständlich erklärt.

Und nein, "Made up mind" ist trotz der etwas dümmlichen Einleitung keine dumme oder aufgeweichte Blues-Platte, sondern einfach nur eine richtig gute. Die Tedeschi Trucks Band hat aber auch das Potential dazu. Susan Tedeschi und Derek Trucks sind auch solo zwei der besten Musiker des Genres. Trucks ist Gitarrist bei der Allman Brothers Band und hat mit seiner eigenen Derek Trucks Band 2010 einen Grammy gewonnen. Für den war Tedeschi auch schon einige Male nominiert. Abseits von schnöden Preisen hat die Dame aber schlichtweg eine der markantesten Stimmen im Genre. Und verheiratet sind die beiden dazu auch noch.

All das muss natürlich nichts bedeuten für "Made up mind". Aber die zweifellos vorhandene und auch hörbare Brillanz der beteiligten Musiker verwandelt sich auf der Platte anscheinend ganz natürlich in leidenschaftlich gute Songs. Vom Cover sollte man sich dabei nicht täuschen lassen. Mit dem voraussichtlichen Ergebnis der angedeuteten Kollision zwischen Bison und Dampflok haben weder der gesetzte Sound, noch die unaufgeregten Kompositionen etwas zu tun. Tedeschi und Trucks nehmen sich in jedem Song Zeit für alles, bauen viel klassischen Rhythm and Blues in die Strophen ein und lassen die warmen Gitarren immer wieder die Führung übernehmen.

Zwischen elaborierten Solo-Eskapaden wie "The storm" und im besten Sinne poppigen Songs wie dem Titelstück bleibt mehr als genug Platz für Musik, die nicht zu weichgespült ist und sich nicht nur im Kopf von Genrefans so richtig entfaltet. Herz und Hirn sind sich auf "Made up mind" so nah wie Lok und Rindvieh in etwa einer Sekunde. Das Ergebnis des Zusammentreffens ist nur glücklicherweise ein anderes.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Made up mind
  • Whiskey legs
  • The storm

Tracklist

  1. Made up mind
  2. Do I look worried
  3. Idle wind
  4. Misunderstood
  5. Part of me
  6. Whiskey legs
  7. It's so heavy
  8. All that I need
  9. Sweet and low
  10. The storm
  11. Calling out to you

Gesamtspielzeit: 53:14 min.