Golden Earring - Last blast of the century

Golden Earring- Last blast of the century

Arcade
VÖ: 17.01.2000

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Holland rockt

Golden Earring hatten es in den vom Rock geprägten Siebzigern geschafft, als niederländische Rockband ganz oben in den Charts neben englischen und amerikanischen Bands zu erscheinen. Auch fast 30 Jahre später schafften sie es, beim Parkpop Festival (1989) 300 000 Fans zu bedienen. "Last blast of the century", angekündigt als Werkshow dieser 1961 gegründeten Band erfüllt diesen Anspruch nicht so ganz. Fehlen doch Klassiker wie "Back home", "Candy's going bad", "Vanilla Queen", "Flying windmills" und "Eight Miles high", was bei dem Unterfangen, alles Wichtige der Band auf nur zwei CDs zu pressen aber entschuldigt werden sollte. Immerhin dauerte "Eight Miles high" bei der 1969er US-Tour 45 Minuten!

Track 1 gestartet und los geht's mit dem typischen Rock einer Band, der man die Spielfreude sofort anhört. Nein, verlernt haben sie nichts. Gelungen die Mischung aus treibendem Rock, ruhigen, fast balladenhaften Titeln und Mamutstücken a'la "Twilight zone." Dieser Groove zieht sich ohne merklichen Schwächen durch die 26 Songs des Werkes. Bevor Golden Earring selbst zum Top-Act wurden waren sie Opener bei The Who, den Doobie Brothers und Santana. Wer kann sich nicht mehr an den wohl bekanntesten Song dieser Band, "Radar love" erninnern? Es gab wohl keine lokale Rockband, die damals diese Pflichtnummer nicht im Programm hatte. Ohne die anderen Hits der Band schmälern zu wollen, war gerade "Radar love" eine Nummer, die den Drive dieser Band am besten rüberbrachte. Dieser satte Basslauf, untermalt von präziser Percussion und dem bekannten Gitarrenriff eignet sich sowohl zum Abtanzen als auch zum Headbangen. "Radar Love" in dieser 99er Version wird den alten Liveeinspielungen absolut gerecht: Golden Earring werden zu recht als einer der perfektesten Liveacts bezeichnet. Zu perfekt auf dieser Doppel-CD möchte ich fast bemerken. Ich hätte mir mehr Improvisation und Interaktivität mit dem Publikum gewünscht - und etwas weniger von diesem zu perfekten Arrangement. Gerade bei einem Rockalbum, bei dem die Post abgeht müssen nicht alle Ecken und Kanten abgeschliffen werden, sowieso nicht wenn es noch live ist. Aber das ist mein persönlicher Eindruck beim Hören der CDs. Wenn man das Publikum mitgehen hört ist das Konzert wohl gut angekommen.

Die Doppel-CD kommt in einer ansprechenden Box mit vielen Fotos und auch einem Poster daher. Aber wo sind die Infos? Wo die Songtexte? Ich hätte mir hier deutlich mehr Information gewünscht. Klangtechnisch sind die CDs sehr gut gelungen. Zum Kennenlernen der Band ist "Last blast of the century" denn auch sehr gut geeignet, wobei aber nicht verschwiegen werden soll, daß beim Mögen dieser Musik dann die Frühwerke "Eight Miles high" (1970), "Moontan" (1973) und "Live" (1977) zur Pflicht werden. Denn obwohl die Herren trotz Ihres Alters -Hats off- noch gewaltig abrocken, die beste Zeit liegt naturgemäß wohl im vergangenen Jahrtausend.

(Ulrich Heiser)

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Highlights

  • Twilight zone
  • She flies on strange wings
  • Radar love

Tracklist

  • CD 1
    1. Just like Vince Taylor
    2. Heartbeat
    3. Another 45 miles
    4. Long blond animal
    5. Liquid soul
    6. The fighter
    7. Hold me now
    8. Gamblers blues
    9. Twilight zone
    10. Evil love chain
    11. Take my hand, close my eyes
    12. One night without you
    13. Paradise in distress
  • CD 2
    1. In a bad mood
    2. Making love to yourself
    3. Whisper in a crowd
    4. Going to the sun
    5. Distant love
    6. She flies on strange wings
    7. Burning stuntman
    8. The devil made me do it
    9. Johnny make believe
    10. When the lady smiles
    11. Legalize telepathy
    12. Radar love
    13. I can't sleep without you

Gesamtspielzeit: 148:46 min.

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