Elton John - The diving board

Elton John- The diving board

Mercury / Universal
VÖ: 13.09.2013

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Der Unbesiegbare

Alles auf Null - so verlangte das Produzenten-Ikone T-Bone Burnett vom Brillen-Ungeheuer Elton John. Mit Schlagzeug, Bass, Piano und vereinten Kräften sollte Sir Elton wieder zurück in die Spur gebracht werden. Und wer sollte auch schon Einspruch erheben, wenn Elton John plötzlich wieder so klingen würde wie damals in den 70ern, als er die Jahrhundertalben "Tumbleweed Connection", "Honky Château" oder "Goodbye Yellow Brick Road" veröffentlichte? Endlich raus mit dem Kitsch und dem Bombast und dem Quatsch, zurück zum Storytelling, zurück zum Beat, zurück zur Musik. Das Ergebnis ist eine Gratwanderung.

Tatsächlich ist das 30. Studioalbum vom Mann mit der goldenen Stimme ein unterhaltsamer Rutsch durch 15 flotte Songs, die sich auf die Basis fokussieren: Kleine Geschichten vom Scheitern, von der Liebe, von Herausforderungen hat Elton John da gemeinsam mit Bernie Taupien zusammengedichtet und sie kommen von Herzen. Das hört man schon gleich nach 30 Sekunden, in der schwelgenden Piano-Nummer "Oceans away". Ein kleiner Griff in die Melodie-Trickkiste und schon steckt man in der großen Gefühlsduselei, die außer dem Rocket Man nur noch Barry Manilow beherrscht.

Groß sind die Voodoo-Trommeln und die schwere Klaviatur im schleppenden "Oscar Wilde gets out", der Stax-Beat in "Can't stay alone" und der Gospel-Chor vom erbaulichen "Take this dirty water". Dazu darf auch Gitarrist Doyle Bramhall II. in die Saiten schlagen und Jack Ashford mit dem Tamburin klappern. Das ist sehr gefällig und auch kurzweilig, doch auch so dermaßen abgeklärt. Sowieso schreit hier jeder Song nach streberhafter Könnerschaft. Ein Vorwurf ist das nicht, denn Elton John hat das schon immer so gemacht und gekonnt. Und es bleibt dabei: Dieser Songwriter-Legende kann kaum jemand das Wasser reichen.

Das unterstreichen das von Bläsern getragene "The new fever waltz" und die Rolling-Stones-Verbeugung "Mexican vacation (Kids in the candlelight)". Die versponnene "Dream"-Trilogie und der mächtige Abschluss "The diving board". Elton John gibt sich in dem Song in Beerdingungsstimmung, mimt den definitiven Piano Man und grüßt dabei die Motown-Mannschaft. Dieses Album ist melancholische Würde, Weisheit, Tiefe, Ernst und Referenz-Himmel. Kann sonst keiner so machen - und will sonst auch keiner so machen.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Oscar Wilde gets out
  • The new fever waltz
  • The diving board

Tracklist

  1. Oceans away
  2. Oscar Wilde gets out
  3. A town called Jubilee
  4. The ballad of Blind Tom
  5. Dream #1
  6. My quicksand
  7. Can't stay alone tonight
  8. Voyeur
  9. Home again
  10. Take this dirty water
  11. Dream #2
  12. The new fever waltz
  13. Mexican vacation (Kids in the candlelight)
  14. Dream #3
  15. The diving board

Gesamtspielzeit: 58:10 min.

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User Beitrag

Matze

Postings: 18

Registriert seit 22.06.2013

2013-08-20 14:13:35 Uhr
"The Captain & the Kid" war doch sehr ok. Naja, auch schon sieben Jahre alt...
ach mensch
2013-08-20 11:03:32 Uhr
der soll einfach mal wieder nen gutes album machen. sowas wie "songs from the west coast" (mittlerweile auch schon wieder 12 jahre alt!) zum beispiel.
pep
2013-06-26 21:00:18 Uhr
nicht gut !!!

Stephan

Postings: 847

Registriert seit 11.06.2013

2013-06-26 20:52:27 Uhr
@Castorp: Ich wüsste schon einmal so zwei, drei Interessenten. Mich eingeschlossen. Also würde ich mal - ohne Gewähr - sagen: Ja
single
2013-06-26 20:18:10 Uhr
http://www.youtube.com/watch?v=VN5Dkov0ATY
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