The Somatics - The Somatics

The Somatics- The Somatics

Beggar\'s Banquet / Connected
VÖ: 27.05.2002

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Ein bißchen Ultraschall

Ein bißchen verhallt, ein wenig verhuscht schwirren diese seltsam klaren Gitarren durch den Raum, und man hat den Eindruck, daß sie ein klitzekleines Quentchen verstimmt sind. Was ist das für Musik? Jetzt gesellt sich ein näselnde Stimme zu den Akkorden und wischt jeden Zweifel beiseite. Ganz klar, Engländer, und vage vertraut klingt das Ganze auch. Ein Blick ins Booklet erhellt den Wissenden: Richard Green heißt der Gitarrist, Sänger und Hauptsongschreiber der Somatics. Und der war vor ein paar Jahren noch an den hochgerühmten und leider aufgelösten Ultrasound beteiligt. Richards Frau Stephanie ist das zweite Drittel der Körperlichen und für die Extreme in der Band zuständig: tiefe Töne aus dem Baß und hohe, glockenhelle Engelsgesänge aus der Kehle. Schlagzeuger Bruce Renshaw komplettiert das Trio schließlich.

Das selbstbetitelte Debüt erinnert dank des tonangebenden Green recht häufig an Ultrasound, wenngleich die neue Band sehr viel homogener als das komplett chaotische Kollektiv von damals klingt. Die Somatics präsentieren die ruhige Seite von Ultrasound, vermeiden aber die offenen Brüche und das Kollagenhafte in der Musik. Die Ziele heißen Harmonie und Ruhe, der musikalische Schmelztiegel aus alten Zeiten bleibt unbeheizt. Zwar verirrt sich hier und da eine Prise Country in die Musik der Somatics, etwa eine klagende Slide-Gitarre in "Quietly" oder das galoppierende Schlagzeug in "For Claudette", im wesentlichen tönt es hier aber sehr britisch und irgendwie sommerlich-leicht.

Auf eigenartige Weise vermischt sich eine gewisse sehnsuchtsvolle Melancholie mit dieser Leichtigkeit. Dazu trägt Stephanies Stimme erheblich bei, die dem eher lakonischen Gesang ihres Mannes einen wirkungsvollen Konterpart entgegensetzt. Auch vor akrobatischen Tonsprüngen schreckt Frau Green nicht zurück, ohne dieses Stilmittel übermäßig zu strapazieren. Diese Mixtur aus Sehnsucht und luftiger Schwerelosigkeit rettet auch "Goodbye 25" vor dem Plagiatsverdacht, da der Song zumindest zu Beginn doch sehr nach "Us and them" von Pink Floyd klingt. Allerdings driften die Somatics im Verlauf der guten zwölf Minuten in eine Richtung ab, die die Herren Waters und Gilmore wohl nicht finden würden. Naturbreit statt stoned. Ganz am Ende werden eher Ultrasound nochmal richtig laut. Herr Green kann offensichtlich nicht aus seiner Haut.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Lemonade
  • Quietly
  • Goodbye 25

Tracklist

  1. For Claudette
  2. Lemonade
  3. Last days in an old town
  4. LS2 9LZ
  5. There is a happy land
  6. Quietly
  7. Come on heal me
  8. Urban 45
  9. Guilt trip
  10. Goodbye 25

Gesamtspielzeit: 54:52 min.