Ef - Ceremonies

Ef- Ceremonies

ATS / Cargo
VÖ: 06.09.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Alles Gute

Eine Band hat Geburtstag — wie gratuliert man da nur auf angemessene Art? Einen Kuchen backen und den Mitgliedern schicken wäre ja ganz schön albern. Und ihnen zu ihrem jeweiligen Auftrittsort nachzureisen, um ihnen dort ein Ständchen zu singen, könnte eine finanzielle Katastrophe auslösen. Die schwedischen Post-Rocker Ef haben die perfekte Lösung parat: Pünktlich zu ihrem zehnjährigen Jubiläum überraschen sie ihre Fans mit der Veröffentlichung ihres vierten Albums, das sie passenderweise auch gleich "Ceremonies" getauft haben. Und zu feiern gibt es wirklich etwas, hat man die Scheibe erstmal eingelegt und ist in freudvolle Glücksmomente gefallen. Also gratuliert man ihnen offenbar am besten, indem man das Album kauft. Man bekommt ja auch etwas dafür.

Dass das Quintett nicht die typische Post-Rock-Band ist, dürfte mittlerweile sowieso jedem Kenner des Genres klar sein. Nach den ersten beiden Platten "Give me beauty ... or give me death" und "I am responsible" sowie ihrem letzten Album "Mourning golden morning" dürfte sich ihr Ruf als außergewöhnliche Musiker gefestigt haben, wenngleich Ef nach wie vor nicht die gleiche Aufmerksamkeit bekommen wie ihre texanischen Kollegen Explosions In The Sky. Dabei ist die Machart ihrer Songs abgesehen von der Ergänzung durch Gesang eigentlich recht ähnlich: Zu brachialen Auswüchsen, die die Welt kollabieren lassen, gesellen sich immer wieder die kleinen, sanften Momente, die die Trümmer wieder aufheben und dem Hörer den Staub von den Schultern klopfen. Auf geradezu liebliche Weise startet "Ceremonies" dann auch mit dem wunderbaren "Bells, bleed & bloom" und seiner feinen Instrumentierung, zu der neben der gängigen Kombination aus Gitarre, Bass und Schlagzeug außerdem ein Klavier, ein paar Bläser und ein Glockenspiel gehören.

Das bereits aus dem letzten Jahr bekannte "Delusions of grandeur" richtet den Fokus dann wieder mehr auf die Gitarren und lässt die Melodie auf- und abebben, bis man sich in einer Art Sturm wähnt. Die ruhigen Momente, in denen Tomas Torsson gleichzeitig auch seine gesanglichen Fortschritte präsentiert, gehören zu den besten des Albums, während "Yield, heart. Yield!", mit seinen knapp 12 Minuten Spielzeit zunächst lautstark für viel Spannung sorgt und im letzten Drittel scheinbar langsam entspannt — bis der nächste Ausbruch naht. Geradezu euphorisch hingegen gibt sich der letzte Song "Thee barren soil of Messaure", der gleichzeitig kraftvoll und gelöst klingt, einerseits aufwühlt, andererseits aber für ein ausgeglichenes Ende sorgt. Und wenn die letzten Töne des Pianos verstummen, wird einem klar, dass die fünf Herren von Ef sich ihr schönstes Geschenk schon selbst gemacht haben. Alles Gute, Jungs! Für Euch, aber auch für uns.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Bells, bleed & bloom
  • Yield, heart. Yield!
  • Thee barren soil of Messaure

Tracklist

  1. Bells, bleed & bloom
  2. Yield, heart. Yield!
  3. Lake Vaettern
  4. Sex
  5. Delusions of grandeur
  6. Where G. Mallory sleeps
  7. Thee barren soil of Messaure

Gesamtspielzeit: 55:11 min.

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Herder

Postings: 1806

Registriert seit 13.06.2013

2015-09-05 13:10:38 Uhr
Nur zwei Einträge zu dieser schönen Platte? Höre sie zur Zeit wieder öfter (im Wechsel mit Yndi Halda), im Grunde ja die perfekte Herbstmusik.

Anscheinend arbeitet die Band derzeit auch an neuem Material, allerdings steht noch kein konkreter Termin für ein neues Album an.
Harry Puffnolki
2013-10-30 20:24:10 Uhr
Langweilig. Die alten Platten waren besser.

Mr Oh so

Postings: 1208

Registriert seit 13.06.2013

2013-10-13 18:02:49 Uhr
Erscheint mir diesmal etwas sperriger als sonst, aber mittlerweile hats mich gepackt. Mal wieder ziemlich großartig.
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