Edward Sharpe & The Magnetic Zeros - Edward Sharpe & The Magnetic Zeros

Edward Sharpe & The Magnetic Zeros- Edward Sharpe & The Magnetic Zeros

Gentlemen Of The Road / Island / Universal
VÖ: 30.08.2013

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Volle Flower-Power voraus

Einen besseren Promotext könnte man gar nicht schreiben, und dann ist es eigentlich nicht mal ein solcher: "Genau genommen finden wir sie so toll, dass wir uns das neue Album angehört haben, ausgerastet sind und sie angebettelt haben, dass wir das Werk auf unserem eigenen Plattenlabel veröffentlichen dürfen", hieß es kürzlich von einer kleinen britischen Kapelle namens Mumford & Sons, die sich so überschwänglich und ausgelassen über ihre Kollegen von Edward Sharpe & The Magnetic Zeros äußern. Scheint geklappt zu haben: Die Kalifornier rund um Alex Ebert und Jade Castrinos sind die ersten Künstler, die bei Gentlemen Of The Road unter Vertrag genommen wurden. Wer aber jetzt glaubt, dass auf dem dritten Album "Edward Sharpe & The Magnetic Zeros" aus der sympathischen Hippie-Kommune eine banjospielende Lagerfeuer-Schunkel-Truppe geworden ist, irrt sich gewaltig.

Tatsächlich fällt auf, dass sich seit dem Debüt "Up from below" von 2009 und dem erst im vergangenen Jahr erschienenen "Here" noch ein paar Rauchschwaden mehr um das mehrköpfige Gespann gesellt haben, die Stimmung noch ausgelassener, aber auch psychedelischer geworden ist. Vom einstigen Happy-People-Folk hört man in dem wirklich starken "Remember to remember" nicht mehr viel, und auch wenn das von Castrinos solo vorgetragene Stück sich deutlich am Soulrock der 70er orientiert, könnte die Stimmung in der Gegenwart kaum passender sein: "We belong to the water / We belong to the air / We belong to where there's love." Recht hat sie, die Gute. Kollege Ebert, aus dessen Kopf das wirre Wesen Edward Sharpe überhaupt erst entstanden ist, rückt alsbald nach mit dem beinahe gospelartigen "Life is hard", mit ihm als charismatischem Prediger, der die Massen von den Stühlen holt.

Klar grinst man da ganz gerne mal von einem Ohr zum anderen, schüttelt liebevoll mit dem Kopf und klatscht in die Hände angesichts der offen ausgelebten Nächstenliebe, der Esoterik, dem Aufzwingen einer positiven Macht über allem Schlechten. Aber auch das ist angenehm, und wenngleich Edward Sharpe auch auf ihrem dritten Werk mehr friedlicher Harrison als rebellischer Lennon sind, stimmt die Mischung. Wie schon "Life is hard" beschäftigt sich die erste Single "Better days", gleichzeitig auch der Opener des Albums, mit den Schattenseiten des Lebens und lässt sich im selben Moment nicht von eben diesen unterkriegen. Eine euphorische Hymne bietet der Psychedelic-Pop von "Two", ehe "Please" sich vollkommen durchgedreht, aber wunderbar folkig dem Gospel hingibt. Dennoch sind es auf "Edward Sharpe & The Magnetic Zeros" gerade die weniger schönen Geschichten, die doch irgendwie am schönsten klingen: Im bluesigen und selbstreflektierenden Schlusssong "This life" gewährt Ebert gar einen Einblick in sein eigenes Seelenleben und erklärt: "I've been trying to pretend / That death is my friend / Oh, this life / This life ain't for me", wenngleich er einen Weg für sich gefunden zu haben scheint, um das Leben doch noch zu genießen.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Please!
  • Life is hard
  • Remember to remember
  • This life

Tracklist

  1. Better days
  2. Let's get high
  3. Two
  4. Please!
  5. Country calling (feat. Juampi Jarrica)
  6. Life is hard
  7. If I were free
  8. In the lion
  9. They were wrong
  10. In the summer
  11. Remember to remember
  12. This life

Gesamtspielzeit: 57:07 min.

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