Sara Bareilles - The blessed unrest

Sara Bareilles- The blessed unrest

Epic / Sony
VÖ: 23.08.2013

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Auf die Plätze

Es gibt Dinge, die sind nicht zu überhören. Dazu gehören unter anderem Flugzeuglandungen und Sara Bareilles' Talent. Dass ihr letztes Album "Kaleidoscope heart" es in den USA Albumcharts immerhin eine Woche lang auf Platz eins geschafft hat, ist ein eindeutiger Beweis, dass sie viel davon hat. Aber was tun, nachdem man einmal ein so erfolgreiches Album produziert hat? Genau, man setzt sich eine Weile ins Studio und macht das Gleiche nochmal. Wie innovativ oder clever das wirklich war, ist die andere Frage, die wahrscheinlich aber ohnehin niemand stellen wird.

Zugegeben, man könnte "The blessed unrest" und den Vorgänger wohl problemlos zu einem Album machen, denn wesentliche Unterschiede zwischen den beiden sind schwer zu finden. Sogar das Verhältnis von überdramatischen Balladen und beflügelten Popsongs scheint auf beiden Werken gleich zu sein. Bareilles ist musikalisch ganz die Alte geblieben und hat ihren Stil seit "Kaleidoscope heart" offenbar endgültig gefunden, welches es auf "The blessed unrest" zu vertiefen galt. Dass es für sie anscheinend aber kaum Steigerungspotenzial gab, um ein noch erfolgreicheres Album zu machen, wird hier und da bemerkbar. So hält sich beispielsweise die Ohrwurmrate bei der aktuellen Platte mit "Little black dress" doch eher in Grenzen. Auch die häufig verwendeten Balladen wirken zu düster im Kontrast mit den leichteren Songs. Womöglich die Gründe dafür, dass sie diesmal "nur" auf dem zweiten Platz der US-Albumcharts verweilen durfte? Verdient hat sie diese Missachtung aber keinesfalls. Denn Bareilles legt sich hier richtig ins Zeug und versucht sich in vielen Songs sogar an den wohl höchsten Tönen, die sie je gesungen hat. "I choose you" etwa, ein beschwingter Popsong der den nächsten Frühling herbeisehnen lässt, ist einer davon.

Ebenfalls kaum zu überhören ist die neue Muse Bareilles': die griechische Mythologie. Gleich zwei Songtitel, "Hercules" und "Cassiopeia", schmücken sich mit Namen von wichtigen Figuren der griechischen Antike. Dass der biblische Garten von Eden ebenfalls besungen wird, fällt daneben fast gar nicht mehr auf. Ob nun literarisches Interesse oder bewusstes Erschaffen von Traumwelten in Songs dahinter steckt, bleibt vorerst ungeklärt – ebenso wie die Frage, ob "The blessed unrest" hierzulande Anklang finden wird, schließlich wurde Bareilles nach ihrem 2007er Hit "Love song" in Deutschland ja doch eher links liegen gelassen. Wünschenswert wäre es allemal.

(Lena Zschirpe)

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Highlights

  • I choose you
  • Little black dress

Tracklist

  1. Brave
  2. Chasing the sun
  3. Hercules
  4. Manhattan
  5. Satellite call
  6. Little black dress
  7. Cassiopeia
  8. 1000 times
  9. I choose you
  10. Eden
  11. Islands
  12. December

Gesamtspielzeit: 50:43 min.

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