Danzig - 7 - I Luciferi

Danzig- 7 - I Luciferi

Spitfire / Eagle / Edel
VÖ: 03.06.2002

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Pfui Deibel

Hui, wer schaut denn da so böse vom Cover hernieder? Glenn Danzig ist's, der aus den Tiefen der Gruft emporkroch, den Menschen das Fürchten zu lehren und die blonde Mieze auf dem Backcover zu erniedrigen. Nach den hundsmiserablen Vorgängeralben "Blackacidevil" und "6:66 - Satan's child", auf denen er allzu stark industriellem Geschrote der Marke Marilyn Manson frönte, tritt er mit seinem - Überraschung! - siebten Album wieder den Weg in Gothic-Gefilde an.

Der erste Song nach dem Intro, "Black mass", zeigt denn auch gleich die Marschrichtung an. Beinhart gespielte Metal-Riffs, dazu des Schinkengotts zwar hörbar rauher gewordener, aber nach wie vor dämonisch-beschwörender Gesang. Korrekterweise müßte hier allerdings Vocals stehen, denn singen konnte Danzig noch nie und wird es wohl auch nicht mehr lernen. Doch das ist bei Satans Stellvertreter auf Erden schon immer Nebensache gewesen.

Wie eh und je drehen sich seine Texte um schwarze Messen, satanische Rituale, willige Weiber, die im Dienste des Fürsten der Finsternis zu vernaschen sind, und natürlich Danzigs geliebte Totenköpfe ("Liberskull", "Kiss the skull"). Musik und Produktion sind hingegen ein buntes Sammelsurium: Wirklich gute Metal-Riffs wie in "Black mass" wechseln sich mit knalldreist geklautem Nu-Metal-Gefiepe ("God of light") ab, der Drum-Sound klingt, als hätte man Joey Cs Drumkit in die Verkaufsräume des gleichnamigen Pizza-Bringdienstes verfrachtet, und der Gesang, pardon, die Vocals sind dermaßen in den Hintergrund gemischt, daß man das Gefühl hat, Danzig pfeife auf dem letzten Loch.

Ansonsten dominiert auf der jüngsten Schinkenplatte biederes Gegrufte. Bezeichnend, daß einer der besseren Tracks, "Kiss the skull", eine beinah originalgetreue Kopie von Marilyn Mansons "The beautiful people" ist. Immer hart an der Schwelle zur Realsatire stehend gerieren sich Glenn Danzig und seine Mitstreiter als die Manowar des Gothic Metal. Das Satans-Image, vor Jahren vielleicht noch provozierend, ist mittlerweile längst zur Karikatur verkommen. Mit derart präpubertären Posen wie im Booklet lockt man im Jahre 2002 nun wirklich keinen Höllenhund mehr hinter dem sprichwörtlichen Ofen hervor.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Black mass
  • Kiss the skull

Tracklist

  1. Unendlich
  2. Black mass
  3. Wicked pussycat
  4. God of light
  5. Liberskull
  6. Dead inside
  7. Kiss the skull
  8. I luciferi
  9. Naked witch
  10. Angel blake
  11. The coldest sun
  12. Halo goddess bone
  13. Without light, I am

Gesamtspielzeit: 54:28 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
stativision
2002-06-17 14:30:37 Uhr
keine ahnung, hab bis jetzt immer nur interviews gelesen, live würde ich aber jetzt eh total anders bewerten, da kommen auch rammstein teilweise ernst rüber ;)
Stretchlimo
2002-06-17 12:05:10 Uhr
Hast Du Danzig mal erlebt, wie verzweifelt er versucht, den Bösen Mann[tm] zu geben und halbherzig über die Bühne tobt, weil es nicht gelingen mag? Der meint das anscheinend durchaus ernst.
Luna
2002-06-13 17:50:48 Uhr
*g* ach so.
Armin
2002-06-12 21:47:51 Uhr
@Luna: Wir machen das alle in unserer Freizeit, nach Feierabend in unseren regulären Jobs oder in unserer Freizeit. Insofern dürfte sich die Praktikanten-Frage von selbst beantworten... :-)
Luna
2002-06-12 21:05:49 Uhr
@armin: *könnt* ihr oder *dürft* ihr keine praktikanten beschäftigen? interessiert mich jetz mal:)
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