Belle & Sebastian - The third eye centre

Belle & Sebastian- The third eye centre

Rough Trade / Beggars / Indigo
VÖ: 23.08.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Rares und Wahres

Hurra! Ein neues Album von Belle & Sebastian! Wurde ja auch Zeit, schließlich sind bereits drei Jahre vergangen, seit "Belle & Sebastian write about love" ersch... oh, Moment. "The third eye centre" ist gar kein richtiges neues Album? Naja, sei's drum. Schließlich hat das schottische Septett bereits mit der 2005er Compilation "Push barman to open old wounds" bewiesen, dass sogar die Stücke, die es nicht auf ihre Studioalben schaffen, noch um einige Klassen besser sind als das reguläre Material anderer Musiker. Statt einer Sammlung alter Singles und EPs gibt es auf "The third eye centre" für Hardcore-Fans wenig Neues, wer allerdings noch nicht im Besitz jeder B-Seite ist, wird auch hier sicher fündig werden.

Glücklicherweise gibt es auch den einen oder anderen Remix. Die Avalanches beispielsweise versuchen sich gleich zu Beginn an der Single "I'm a cuckoo" von 2004 und klauen dem im Original ordentlich poppigen Song ein paar Instrumente, ohne seine heitere Grundstimmung wirklich zu verändern. So bekommt das Stück einen beinahe akustischen Effekt verpasst, der ihm nicht weniger gut steht und eine weitere Facette der Schotten offenbart, die mancher Hörer schon bei der Live-Variante ihres Albums "If you're feeling sinister" vernehmen konnte. Auch andere B-Seiten wie das kitschbeflissene "I took a long hard look", das schräg-theatralische "Love on the march" oder kurz vor Schluss "Mr. Richard" mitsamt seines leicht psychedelischen Einschlags hätten auf den Alben, denen ihre A-Seiten entnommen sind, bestens funktioniert – in diesem Fall auf "Dear catastrophe waitress" und "The life pursuit".

Mit dem Richard-X-Mix von "I didn't see it coming", einem Song der etwas untergegangenen EP "Come on sister" von 2011, gibt es dann doch eine der wenigen wirklichen Raritäten, auch wenn man sich zugegebenermaßen erst ein bisschen daran gewöhnen muss. Was zunächst ein wenig wie herkömmlicher Plastik-Pop mitsamt ordentlich Bumms-Bumms-Beats aus der Dose anmutet, gefällt nach dem dritten, vierten Mal durchaus, und auch "Your cover's blown" im Remix von Miaoux Miaoux weiß mit Charme zu überzeugen. Am besten, so viel ist allerdings immer klar, sind Belle & Sebastian, wenn sie eben nach Belle & Sebastian klingen. Etwa im folkigen "Meat and potatoes" oder bei "Blue eyes of a millionaire", einem der Bonus-Tracks von "Belle & Sebastian write about love". Oder ganz zum Schluss, wenn es mit "The life pursuit" auch wieder etwas ausgelassener zur Sache geht. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Als Überbrückung zum nächsten Album taugt "The third eye centre" jedenfalls hervorragend.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • I'm a cuckoo (Avalanches remix)
  • Suicide girl
  • I took a long hard look
  • The eighth station of the cross kebab house
  • Blue eyes of a millionaire
  • The life pursuit

Tracklist

  1. I'm a cuckoo (Avalanches remix)
  2. Suicide girl
  3. Love on the march
  4. Last trip
  5. Your secrets
  6. Your cover's blown ( Miaoux Miaoux remix)
  7. I took a long hard look
  8. Heaven in the afternoon
  9. Long black scarf
  10. The eighth station of the cross kebab house
  11. I didn't see it coming (Richard X mix)
  12. (I believe in) Travellin' light
  13. Passion fruit (Previously part of "Stop, look and listen")
  14. Desperation made a fool of me
  15. Blue eyes of a millionaire
  16. Mr. Richard
  17. Meat and potatoes
  18. The life pursuit

Gesamtspielzeit: 69:08 min.

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