Yasha - Weltraumtourist

Yasha- Weltraumtourist

Krauts Kitchen / Four / Sony
VÖ: 26.07.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Anekdoten vom Rand der Welt

Bevor seinen Namen überhaupt jemandem geläufig war, war Yashas Stimme schon bekannt. Für Marterias "Verstrahlt" lieferte er die Hook, und selbst als sich die beiden Herren mit Miss Platnum für "Lila Wolken" zusammentaten, war Yasha in diesem Trio der große Unbekannte. Nach "Weltraumtourist" dürfte sich das ändern. Schlagartig. Denn Yasha hat auf seinem Debüt elf Songs zwischen HipHop, R'n'B und Pop versammelt, die ohne Probleme alle anderen Künstler ausstechen, die sich in diesem Gebiet mit deutschsprachigen Texten bewegten. Das liegt auf der einen Seite an den Krauts. Das Produzententeam polierte schon "Stadtaffe" von Peter Fox und "Zum Glück in die Zukunft" von Marteria auf Hochglanz. Genau wie sie da dem jeweiligen Künstler einen eigenen Sound verpasst haben, machen sie das auch mit "Weltraumtourist". Jeder Song läuft in seiner Welt, aber auch in der kompletten Atmosphäre dieses Albums.

"Komm mit und lass uns gehn / Ich weiß genau, was Dir fehlt, und es bricht mir das Herz", singt Yasha in "Wunderland", und jede Dame im Raum dürfte dieser Aufforderung gerne folgen, wenn dahinter der Bass und die Synthies auffahren. Es ist die einzige Stelle auf "Weltraumtourist", an der Yasha mal mehr rappt als singt. Dabei macht er keine üble Figur neben Marteria, doch Yasha ist mehr Sänger. Durch und durch. Das wird deutlich, wenn er auf diesem Über-Instrumental von "Strand" steht ohne zu wackeln. Das bekommt so aus den hiesigen Gefilden niemand hin, aus diesem Ort, wo Leute ständig Pathos mit Soul verwechseln. Yasha trägt stellenweise dick auf, keine Frage. "Heute ist ein guter Tag zu leben!", "Ich lenk alle Raketen auf mich / Denn ich bin da, auch wenn Du mich nicht siehst!" Doch bei ihm ist das anders. In diese Produktion lässt man sich gerne fallen. Kauft ihm das ab, weil er die Grenzen kennt, wo es peinlich werden könnte.

Die Intensität spielt Yasha nicht vor. Er fühlt das. Du fühlst das. Großstadtmärchen wie "Penthouse" laufen hier ebenso ein wie die Bitterkeit der modernen Welt. Keine Sonne muss für uns scheinen, singt Yasha. Denn unter der ganzen Oberfläche steckt mehr. Viel mehr. Der erste Blick präsentiert elf Songs. Pop. R'n'B. HipHop. Bitte einmal die Assoziationskette in diesem Fall abschalten und ohne Bedenken an dieses Album gehen. Es nimmt Dich mit. Dafür braucht es nicht viel. Du musst nur den Rest um Dich vergessen. Das ist nicht zu viel verlangt, oder? Und wenn es nicht Yasha ist, dann sind es die Krauts, die umschmeicheln und einnehmen. "Weltraumtourist" erreicht nicht ganz die Größe ihrer anderen Arbeiten. Dafür ist es zu anders und doch wieder zu gleich. Dafür lassen sie zu sehr Yasha die Bühne, die er braucht und verdient hat. Nie mehr Sidekick. Willkommen im Rampenlicht.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Strand
  • Wunderland
  • 5 Minuten Gott

Tracklist

  1. Achterbahn
  2. Strand
  3. Penthouse
  4. Raketen
  5. Wunderland
  6. 5 Minuten Gott
  7. Beweis
  8. Silvester
  9. Guter Tag
  10. Weltraumtourist
  11. Dämon

Gesamtspielzeit: 45:01 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
nixloshier
2013-08-03 13:15:57 Uhr
...schön übrigens mal wieder der schillernde kontrast zur review auf laut.de: http://www.laut.de/Yasha/Weltraumtourist-%28Album%29
Bärchen Popärchen
2013-08-02 12:28:34 Uhr
Klingt wie ne 10/10 Kritik, hat aber nur 7/10. Komisch.
Ja
2013-08-01 15:13:56 Uhr
Yasha ist die Stimme 2013, die Stimme des Jetzt und Hier, die Stimme einer Generation. Yasha bringt mit seinem Album Weltraumtourist, das Lebensgefühl einer Generation auf den Punkt, die zwar weiß, wie es besser gehen könnte, der aber noch die Mittel fehlen, es auch umzusetzen.

Kacktorp

Postings: 6

Registriert seit 31.07.2013

2013-08-01 15:01:39 Uhr
Noch kein Thread? Super-Album! 8/10!!!!
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