Saariston Lapset - Kaasuhellan käyttöohje

Saariston Lapset- Kaasuhellan käyttöohje

Humppa / Indigo
VÖ: 20.03.2000

Unsere Bewertung: Ohne Bewertung

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Mehr Wodka für den Piloten

"Lustig sind sie, die Finnen", erzählt man sich in der zivilisierten Welt. "Kein Wunder", wird entgegnet. "Dort ist es ja immer dunkel und immerzu Winter. Da muß man ja Wodka trinken, bis man umfällt." Nun, die Rückseite des Covers zeigt uns schon mal einen eisgekühlten Vorrat dieses Zeugs. Irritierend ist nur, daß der blaue Plastikkasten, der die riesige Flaschensammlung beherbergt, an manchen Stellen geschmolzen zu sein scheint. "Irritierend" ist auch das Stichwort, das mich an die Musik heran führt - wenn auch nur ein Stück weit.

Das Info der Plattenfirma klärt auf: es handle sich um "hochgradig seltsamen Easy-Listening-LoFi-Sound". Aha. Wäre James Last schon tot, würde er sich ebenso im Grabe herumdrehen wie Johnny Thunders, der vom Info als Gitarrenreferenz bemüht wird. Vergessen wir diesen Gedanken ganz schnell und wundern uns weiter über das Geblubber der Melodica. Die Beatbox erinnert an Weird Al Yankowic, die Gitarre wimmert unverstanden (und ungestimmt). Steve Urkle hätte seine wahre Freude daran. Für das Klischee dürfte man jetzt eine tiefergestimmte Gitarre vermuten, die ein paar gegrunzte Vocals umspielt. "Mehr heftig wie Slayer", fand die finnische Zeitschrift Heavy Rock-Tero. Pustekuchen, es bleibt instrumental, und Saariston Lapset sind ungefähr so gotisch wie Taj Mahal.

In "Maharadja aalloilla (Nimi muutettu)" wird's dann aber plötzlich tatsächlich indisch. In epischen 5:58 Minuten begegnen wir der finnischen Vorstellung einer Schlangenbeschwörung. Die meisten anderen Stücke haben nach mal etwas über, mal etwas unter zwei Minuten fertig. Eine Gebrauchsanleitung für Gasherde, so die Übersetzung des Albumtitels, sollte ja auch kurz und prägnant sein. So folgt denn eine knappe, kakophonische Bontempiorgie nach der anderen. "Aufzugreparaturmusik" eben. Saariston Lapset, die finnische Bezeichnung von Astrid Lindgrens "Ferien auf Saltkrokan", nehmen uns bei der Hand und führen uns unvermutet an die Brücke von Avignon ("Työsiirtola"). Ob die Päpste, die dort im Mittelalter residierten, nach der Spanischen Inquisition verlangt hätten? Nun, wir wollen die Zeitlinie nicht durcheinander bringen und machen unsere Ferien woanders.

Werden Saariston Lapset nach Waltari und HIM die nächsten sein, die die Herzen der alternativ gesinnten Musikhörer im wärmeren Teil Europas erobern? Wird der tollkühne Mann vom Cover in seiner fliegenden Kiste an sein Ziel gelangen? Was zur Hölle will eine "amoklaufende Kirmeskapelle" mit dem Babelfisch? Spielt beim nächsten Album von Saariston Lapset ein Elch die Leadgitarre? Fragen über Fragen. Die Website klärt uns auf: "Minimum und extrem schirmmütze synthesizer antrag. Banden was zu viel schirmmütze und ich auch."

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Maharadja aalloilla (Nimi muutettu)
  • Työsiirtola
  • Lainastossa

Tracklist

  1. Lossi
  2. Saarna menneisyydestä
  3. Ilman apupyöriä
  4. Krokettipeliä aamutuimaan
  5. Kurssikeskuksen poijjat
  6. Isi tippu jäihin
  7. Maharadja aalloilla (Nimi muutettu)
  8. Pittää olla
  9. Naapurisaaren tytöt
  10. Niskasta kiinni mattolaiturilla
  11. Haudankaivajan haikea huokaus
  12. Kansallisen identiteetin kriisi
  13. Työsiirtola
  14. Paapan juoppohulluuskohtaus
  15. Lainatossa

Gesamtspielzeit: 32:16 min.

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