The Toten Crackhuren Im Kofferraum - Mama ich blute

The Toten Crackhuren Im Kofferraum- Mama ich blute

Destiny / Broken Silence
VÖ: 26.07.2013

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Katerfrühstück

Disco Pogo! The Toten Crackhuren Im Kofferraum haben wieder in die Hände gespuckt und sich an die Arbeit gemacht. Ihre Mission: uns möglichst laut noch mehr Geschichten von körperlichen Abfällen zu erzählen. Auch wenn man beim spektakulären Intro vom Opener "Age of Sternburg" zunächst noch davor bewahrt wird, geht es gleich danach auch schon los: "Wir saufen, bis wir kotzen", heißt es und der Schock sitzt tief. So etwas aus dem Land der Dichter und Denker. Wo soll das bloß hinführen?

"Geniale Asoziale" werden angepriesen, alte Liebhaber namens Klaus angepöbelt und mit geschmacklosem Kaugummi verglichen. Alles stets von derben Synthesizertönen begleitet. Der dazugehörige Gesang lässt sich oftmals doch eher mit Gebrüll vergleichen. Seit ihrem Debüt "Jung, talentlos & gecastet" hat sich nicht viel verändert. Die Crackhuren sind nach wie vor ein wenig gewöhnungsbedürftig, maximal extrovertiert und bleiben Genre-Flummis. Ist das jetzt Techno, einfach nur Trash oder beides? Ernst oder Ironie? Fragen, die über die elf Bandmitglieder wohl niemals eindeutig geklärt werden können. Sicher ist nur, dass sie bevorzugt Spirituosen und auch die Konsequenzen deren Konsums besingen. Die Ernüchterung folgt, auch wenn "Wir werden nicht nüchtern" hartnäckig am Gegenteil festhält.

Denn die Crackhuren sind gar nicht so rüpelhaft, wie sie sich gerne präsentieren. Sie zeigen auch Gefühle, wie bei "Du fehlst mir", der einzigen Ballade auf "Mama ich blute" - wenn man es denn Ballade nennen kann. Es wird immerhin nicht geschrien und etwas Ernsthaftigkeit schwebt durch den Raum. Das war nach den vielen verrückten Wortkombinationen auch mal nötig. Vielleicht steckt hinter all dem ja wirklich etwas Ernstes oder sogar tiefsinnige Gesellschaftskritik. Auch wenn es bei Zeilen wie "Busen runter, Hände hoch, wir stampfen uns die Füße rot! Crazy, Crazy, abgefahren!" schwer zu glauben ist. Aber die Hoffnung blutet zuletzt.

(Lena Zschirpe)

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Highlights

  • Du fehlst mir
  • Klaus

Tracklist

  1. Age of Sternburg
  2. Geniale Asoziale
  3. Klaus
  4. Du fehlst mir
  5. Heute Nacht
  6. Dreckige Wäsche
  7. Last unicorn
  8. Ich brauche keine Wohnung
  9. Wir werden nicht nüchtern
  10. Verrückt bleiben, bitte
  11. Kopf, Knie
  12. Loveboat Kapitän

Gesamtspielzeit: 44:58 min.

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