Alex Hepburn - Together alone

Alex Hepburn- Together alone

Warner
VÖ: 14.06.2013

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Wiesu denn blues?

Die Britin ist eine ganz besondere Marke, so viel lässt sich festhalten. Denn "Together alone" von Alex Hepburn verströmt das, was den meisten Popalben oft abgeht: dieses bisschen Authentizität, das den Songs eine andere, kantigere, echte Aura verleiht, statt bloß im Hintergrund ein Produzententeam werkeln zu lassen, um den neuesten Shit zu produzieren. Hepburn schmeißt sich mit ihrem Debüt tief in den Blues und Soul und grenzt sich damit ein ganzes Stück vom durchschnittlichen Chartspop ab. Wahrscheinlich hat geholfen, dass Hepburn mit dem Texten anfing und erst später zu singen begann. Der Weg führte dadurch nicht über irgendwelche Talentshows, sondern über das Handwerk und die Passion.

"Together alone" ist immer dann am stärksten, wenn Hepburn den Pop schön Pop sein lässt und sich um ihre Soulwurzeln kümmert. "Pain is", der beste Song aus dieser Reihe, ist in Zusammenarbeit mit Linda Perry entstanden, die einst mit 4 Non Blondes "What's up" sang. Hepburn leidet, windet und kämpft mit sich zu einer einsamen Gitarre, und gerade in dieser Reduktion aufs Wesentliche entblättern sich die Stärken der Britin. Doch auch wenn Hepburn wie in "Bad girl" den Dreck aus ihrem Leben kehrt und sich durch einen ganzen Song kratzt, faucht und beißt, funktioniert dieses Album sehr gut. Hinter dieser Frau steckt mehr Talent, als so mancher Song auf "Together alone" vermuten lässt.

Denn die gewöhnlichen Popsongs wie "Reckless", "Angelina" sowie "Miss Misery", von denen es leider doch zu viele auf dieser Platte gibt, bekommt auch P!nk oder an einem guten Tag sogar Kelly Clarkson hin. Das Herz dieser Platte schlägt jedoch in den anderen Songs, die oft einen deutlich düsteren Unterton haben. In "Under", das schon wieder fast ins Popfach gehört, singt Hepburn etwa "Don't leave me alone with me / I'm afraid of the darkness and the demons and the voices / Sayin': nothing's gonna be okay." Trotz dieser Dämonen scheint auf "Together alone" auch immer dieses bisschen Sonne durch, das Alex Hepburn nicht am Leben verzweifeln lässt. Und irgendwann wird alles gut.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Bad girl
  • Pain is

Tracklist

  1. Miss Misery
  2. Bad girl
  3. Broken record
  4. Pain is
  5. Get heavy
  6. Love to love you
  7. Reckless
  8. Angelina
  9. Under
  10. Hold me
  11. Two point four
  12. Under (Pop version)

Gesamtspielzeit: 43:41 min.