Abby - Friends & enemies

Abby- Friends & enemies

Island / Universal
VÖ: 05.07.2013

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

24/7

"Annie", "Adam", "Danny", "Jones", "Evelyn" und "Abby" sind die Namen, die auf dem Cover von Abbys Debütalbum "Friends & enemies" prangen. Im Prinzip könnte da alternativ auch Arte, D-Max und RTL2 stehen. Denn die Berliner Band hat hier quasi eine audiovisuelle Platte vorgelegt, eine vertonte Mischung aus Dokumentarfilm, Begleitreportage und Scripted-Reality-Format. Das Quartett setzt seiner real existierenden Freundin Abby eine fiktive Kamera auf den Kopf, begleitet ihr Leben, gibt Beziehungen wieder, Bekanntschaften, Erlebnisse. Für all das eignet sich ihre Protagonistin offenbar bestens.

Folglich ist es auch kein großes Geheimnis, warum sich die Platte "Friends & enemies" schimpft. Abby erlebt eben nicht nur fröhliche Zeiten, hat nicht nur Schmetterlinge im Bauch, sondern sieht sich gleich im Opener ihrem ambivalenten Verhältnis zu "Monsters" gegenübergestellt: "They wake up with me every morning / And they're used to say to goodnight / I don't see them coming / And they're pretty hard to fight", berichtet Sänger Filou stellvertretend. Logisch, dass Abby Reißaus nimmt, Urlaub braucht. Genau wie sich dort Wind, Straßen und Landschaften ändern, hat das musikalische Beiwerk mit der Ausgangslage in "Monsters" nichts mehr zu tun. Aus den elektronischen Klängen zum Start ist ein astreiner 4-to-the-floor-Indiepopper mit E-Piano-Hook und zappelnden Streichern geworden.

Das macht Abby sehr sympathisch. Sie nutzen die Breite des Popspektrums aus, in "Friends & enemies" steckt genauso viel Snow Patrol wie Phoenix. Neben der eingängigen, schicken Single "Evelyn", die Abby zusammen mit David Lemaitre geschrieben haben, verschwindet "Calypt" in der Calypso-Klangschale und "Karma" in schwach illuminierter Umgebung. Aller Drang zur Wechselwilligkeit nutzt nur nichts, wenn die Peaks nicht über 1,50 Meter hüpfen dürfen. Etwas mehr Arschtritt stünden der Melancholie und Filous Gesang nicht schlecht, damit "Calm down" nicht weiter hinter jeder Foals-Nummer zurückstecken muss, "This song remains through all" wirklich Nachhaltigkeit entwickelt und "Annie" nicht droht, bei der Streicherbegleitung über die eigentlich schönsten Zeilen der Platte wegzuschlummern. "Why you chose to love the one / Who chose to never love someone", fragt Abby Annie. Wen sie wohl als nächstes trifft?

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Evelyn
  • Wings & feathers
  • Karma
  • Calypt

Tracklist

  1. Monsters
  2. Streets
  3. Like kings
  4. Evelyn
  5. Annie
  6. Wings & feathers
  7. Blood and water
  8. Karma
  9. Calm down
  10. Calypt
  11. This song remains through all
  12. Riddles
  13. We don't worry (Bonus)

Gesamtspielzeit: 48:20 min.

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