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The Stereo - Rewind and record

The Stereo- Rewind and record

Fueled By Ramen / Defiance / Zomba
VÖ: 13.05.2002

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Island in the sun

Wie gut vertragen sich eigentlich beschwingte Harmonien aus den nicht nur in modischer Hinsicht obskuren Achtzigern mit schrulligem Power-Pop, wie ihn die Geeks von Weezer anno dazumal beinahe unbewußt ins Leben riefen? The Stereo gaben mit ihren beiden Schmuckstückchen "Three hundred" und "No traffic" die prompte Antwort. Denn wo die Töne derart verzauberten und sich in äußerster Verzückung beinächst ein Kracher an den anderen reihte, da galt selbst im äußersten Zweifelsfalle nur ein Urteil: In dubio pro Retro.

Diverse Besetzungsquerelen später verschanzte sich Jamie Woolford zu Beginn dieses Frühjahres im Studio, um "Rewind and record" im Quasi-Alleingang einzuklopfen. Operation gelungen, denn das Imperium kehrt tatsächlich zurück und wähnt auch bei Streich Nummer drei sämtliche catchy tunes und sunny melodies auf seiner Seite. Und tanzt dabei auf unzähligen Hochzeiten, ohne auch nur irgendwem auf den Schlips zu treten.

Wo Woolford die Amp in den gewohnten Pop-Punkern "You better believe it" oder "Tell your football dad no" zum Schwitzen bringt, zeigen gerade zurückgelehnte, teilweise sehr radiokompatiblen Sahnestückchen wie "Don't say uncle", "Vice versa inquisition / No name #2" und "Too little, too late" auch Diabetikern, wo die Zuckerstangen hängen. Indie goes Mainstream, und The Stereo zählen mit ihrer Interpretation damit schon fast zum Establishment.

Im Zuge des merklich verbreiterten Soundspektrums kann sich Woolford auch den Luxus leisten, sein Gitarrenbrett in "Two week notice" in bester Unplugged-Manier zu schrubben. Daß dabei irgendwo aber die großen Hits vom Schlage eines "New Tokyo is calling" oder eines "Devotion" abhanden gekommen sind und sich die Anzahl an Volltreffern und Überraschungen auch sonst im eher überschaubaren Rahmen hält, ist beinahe unverzeihlich. Doch während über Dinge wie Halbwertszeit und Langzeitwirkung durchaus gestritten werden kann, ist eines auch heuer sicher: Wenn dieser junge Mann zum Notenblättchen greift, dann spielen Eingängigkeit und gute Laune immer noch weitaus Knisternderes als Ringelpiez mit Anfassen. Sommer, Sonne, "Rewind and Record". Mögen die Spiele beginnen.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Don\'t say uncle
  • You better believe it

Tracklist

  1. Dear fans of The Stereo
  2. Pay no attention
  3. Don't say uncle
  4. You better believe it
  5. Too little, too late
  6. Tell your football dad no
  7. 1994
  8. Stop breathing
  9. Have I paid my debt to MPLS?
  10. Just let go
  11. Vice versa inquisition /No name #2
  12. Turn off your T.V.
  13. Two week notice

Gesamtspielzeit: 42:43 min.

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