Quasimoto - Yessir whatever

Quasimoto- Yessir whatever

Stones Throw / Groove Attack
VÖ: 21.06.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Respekt dem Architekt

Wenn sich der Dunst verzieht, was bleibt dann? Quasimoto, das Alter Ego von Producer Madlib - oder auch Lord Quas, beziehungsweise das Original zu Marsimoto - ist nach acht Jahren wieder da. Mit neuem Album. Wobei so ganz neu ist das auch nicht. Denn manche Tracks stammen von mittlerweilse vergriffenen Platten. Aber geschenkt - Quasimotos Musik ist allemal bereit für ein zweites Leben, unter welchem Pseudonym auch immer. Um die Jahrtausendwende erschien mit "The Unseen" von Quasimoto ein erster Vorgeschmack darauf, was Madlib noch so alles anstellen könnte mit diesem HipHop-Ding. Es folgten Madvillain und die Beat-Konducta-Reihe, dazu Zusammenarbeiten mit Erykah Badu, Guilty Simpson und Strong Arm Steady. Ohne Frage, Madlib ist einer der wichtigsten Architekten für den amerikanischen Underground-HipHop. Und Quasimoto? Das Konzept der Alter Egos ist längst fester Bestandteil ausgefuchster Marketing-Strategien. Das war es hier aber nie. Hinter der Maske und hinter dem Rauch stand immer noch ein Typ, dem es um HipHop geht. Um guten HipHop.

Und so ist das bei "Yessir whatever" auch, obwohl das Album gerade mal etwas mehr als eine halbe Stunde auf die Abspielanzeige bringt. Aber Quasimoto bringt zwölf Tracks mit, keine Skizzen und Schablonen. "Seasons change" säuselt ein nettes Sample runter für Hook und Melodie, im Hintergrund gibt es Bass und Drums aus der Kiste. Die Stärke von Madlib ist es, dass seine Instrumentals vor zehn Jahren stark waren, sie heute stark sind und es auch noch in zehn Jahren sein werden. "Astronaut" legt dann einen der besten Beats von Madlibs Karriere vor. Der Rhythmus springt nie aus der Spur, und das macht ihn so überzeugend. Die ganzen Instrumentals auf diesem Album stechen locker noch die meisten heutigen Produktionen aus. Und vor allem hat Quasimoto nie den Fehler gemacht, seine helium-geschwängerte Stimme überzustrapazieren. Während Marsimoto wie Marteria rappt, nur eben mit hoher Stimme, setzt das Original auf einen anständigen Effekt.

"It all starts and finishes with green, right?" Das ist die Frage, die "Green power" in den Raum wirft. Der Kniff des Lord Quas: Seine Weisheiten sind wirklich weise. Nicht jeder, der sich einen Joint anzündet, hat auch schlaue Dinge zu sagen. Quasimoto schon. "Yessir whatever" ist eine Platte, in der man sich wunderbar verlieren kann, wenn einem die Sonne ins Gesicht brennt und der Rausch durch die Nerven pumpt. Wer Bock auf Prunk und Protz hat, wird mit diesem Album hingegen nicht glücklich. Lass' es blubbern, lehn' Dich zurück, entspann' Dich. Bei Lord Quas bist Du in den besten Händen. Blas ein paar Wölkchen in die Welt. Es hat ihr noch nie geschadet.

(Börnimoto)

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Highlights

  • Seasons change
  • Astronaut

Tracklist

  1. Broad factor
  2. Seasons change
  3. The front
  4. Youngblood
  5. Astronaut
  6. Planned attack
  7. Brothers can't see me
  8. Catchin' the vibe
  9. Am I confused?
  10. Sparkdala
  11. Green power
  12. LAX to JFK

Gesamtspielzeit: 32:51 min.

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