Soundtrack - The Great Gatsby (Deluxe Edition)

Soundtrack- The Great Gatsby (Deluxe Edition)

Interscope / Universal
VÖ: 17.05.2013

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Glanz in der Hütte

Ab genau welcher Stelle machen Soundtracks eine gute Arbeit? In dem Moment, wo einem sich ein Song förmlich einbrennt? Wie bei "Vanilla Sky", als Tom Cruise und Penélope Cruz auf dem Dach der Welt stehen und dazu "The nothing song" von Sigur Rós läuft? Oder wenn gar keine Musik vorhanden ist wie bei "No country for old men"? Ob vorhanden oder nicht, Musik steht für einen wichtigen Punkt und baut mehr als nur Atmosphäre auf. Denn im besten Fall ist sie Bestandteil der Story. Und die Filme von Baz Luhrmann lebten schon immer vornehmlich auch vom Soundtrack. "Romeo + Juliet" oder "Moulin Rouge!" funktionieren sogar so gut nur über die Musik, dass es die Bilder gar nicht braucht, um die Geschichte zu erzählen. Bei seinem neuen Werk "The Great Gatsby" schafft Luhrmann das wieder. Setzen die ersten Takte von Lana Del Reys "Young and beautiful" ein, weiß jeder genau, worum es hier gehen soll: Vergänglichkeit und Hedonismus. All die Dinge, die jene Goldene Zwanziger mit dem Jahr 2013 verbinden. Ein wenig Glanz für die alte Hütte. Dem schönen Schein wegen.

Das kippt auf diesem Soundtrack zum Glück nur einmal in eine Peinlichkeit, denn das Cover von Amy Winehouse' "Back to black" von André 3000 und Beyonce geht überhaupt nicht. Uninspiriert knödelt der Track so vor sich hin, bevor danach Jack White mit "Love is blindness" alles wieder auf Anfang setzt. Was aber erstaunlicherweise völlig unpeinlich funktioniert, dass sich hier Elemente aus Swing mit Pop vermischen. "A little party never killed nobody" fährt die üblichen Baller-Elemente auf, bringt aber immerhin noch Bläser und Rhythmus aus der damaligen Zeit unter. Und dann sind da noch Momente wie "Together" von The xx, wenn einen dieser Soundtrack komplett überrascht und das übliche Schema aufbricht. Der Minimalismus sticht natürlich raus und die simple Melodie brennt sich ins Hirn. Der Film schaltet auf Slow-Motion, Figuren bewegen sich in Zeitlupe, Leonard DiCaprio darf bedeutungsschwanger in die Kamera schauen, während über New York der Mond am klaren Firmament steht. Vielleicht noch ein paar Bilder von der Party in Zeitlupe dazu, wer weiß das schon. Funktioniert auf jeden Fall.

Und genau deswegen macht der Soundtrack von "The Great Gatsby" einen guten Job. "What is a god to a non-believer?" Dass Zeilen wie diese aus "No church in the wild" so perfekt reinpassen, dass die Version von "Crazy in love" von Emeli Sandé mit dem Bryan Ferry Orchester so unglaublich zieht, obwohl es "nur" ein Cover im altmodischen Anstrich der damaligen Zeit ist. Unter zahllosen Soundtracks wird "The Greaty Gatsby" rausstechen, weil er qualitativ einen ganzen Haufen richtig guter Tracks besitzt. Und die wenigen Dinger, die es nicht unbedingt gebraucht hätte, ziehen die anständigen Songs schon mit. Allein für Jack Whites Wahnsinn in "Love is blindness" passt das alles schon. Letztendlich träumt sich diese Musik den Film herbei. Würde es Luhrmanns Adaption nicht geben, irgendwer könnte sich hinsetzen und es genau nacherzählen. In Orgeln, in Streichern, in Gitarren, in den Beats und Synthies, denn die Geschichte vom großen Gatsby liegt dort drin. Ein gutes Mixtape erzählt immer eine Story, oder? Und so gesehen: gute Arbeit.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Young and beautiful (Lana Del Rey)
  • Love is blindness (Jack White)
  • A little party never killed nobody (All we got) (Fergie + Q-Tip + Goonrock)

Tracklist

  1. 100 $ (Jay-Z)
  2. Back to black (Beyonce x André 3000)
  3. Young and beautiful (Lana Del Rey)
  4. Love is blindness (Jack White)
  5. Crazy in love (Emeli Sandé and The Bryan Ferry Orchestra)
  6. Bang bang (will.i.am)
  7. "I like large parties"
  8. A little party never killed nobody (All we got) (Fergie + Q-Tip + Goonrock)
  9. Love is the drug (Bryan Ferry with The Bryan Ferry Orchestra)
  10. "Can't repeat the past?"
  11. Hearts a mess (Gotye)
  12. Where the wind blows (Coco O. of Quadron)
  13. Green light
  14. No church in the wild (Kanye West & Jay-Z featuring Frank Ocean & The Dream)
  15. Over the love (Florence + The Machine)
  16. Together (The xx)
  17. Into the past (Nero)
  18. Kill and run (Sia)
  19. Over the love (Of you) (Florence Welch and SBTRKT)
  20. Young and beautiful (DH Orchestral version)
  21. "Gatsby believed in the green light"

Gesamtspielzeit: 72:23 min.

Referenzen

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