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Vega 4 - Satellites

Vega 4- Satellites

Taste Media / Motor / Universal
VÖ: 10.06.2002

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Sternenhimmel

Nicht erst seit Fischmobs "Männer können seine Gefühle nicht zeigen" weiß die geneigte Dreibeinerschaft, woran es ihnen in den Augen der Damenwelt am meisten mangelt. Doch Rettung ist mindestens einmal pro 12 Monate neu zur Stelle: was 1999 Chris Cornell, 2000 Keith Caputo und im vergangenen Jahr Starsailor gegückt ist, dem soll 2002 wohl Vega 4 nacheifern. Nur radiotauglicher, poppiger und vor allem erfolgreicher als alle drei zuvor Genannten. "Uns geht es darum, so viele Leute wie möglich mit unserer Musik zu erreichen", gibt John McDaid unumwunden zu. Mütter - halten Eure pubertierenden Töchter fest. Genauso wie Fast-Namenvetter McClane böse Buben im Dutzend anzieht, wird McDaid mit seinen Pfeilen aus Schwiegermutter-Gesicht, Liebeskummer-Stimme und den melodiösen hymnenhaften Liebesliedern abertausende BH-Trägerinnen treffen, die bewundernd und auffordernd zugleich ein "Komm her, ich beschütze Dich. Bei mir bist Du nicht allein" ausrufen.

Kalkül oder wahres Gefühl, das ist bei Vega 4 die entscheidende Frage. Denn an der Umsetzung der Songs gibt es nicht viel zu mäkeln für einen Erstling, abgesehen vom übermäßigen Schielen zu anderen Bands gleichre Coleur: schöne Arrangements, Melodien, die um den Kopf wie Satelliten um einen Planeten ihren Weg ziehen, Texte über Beziehungsenden, die Liebe und den Kummer damit, in die sich wohl fast jeder irgendwann hineinversetzen kann. Besinnen sich Vega 4 dabei auf eine spartanische Vortrageweise wie im Titelsong "Satellite" oder dem herzerweichenden "Burn & fade", kann man sich tatsächlich wegträumen. Melancholie gepaart mit Hoffnung, das Ende als Anfang. "Satellite, you're not alone."

Doch nicht nur manchmal verlieren sich Vega 4 in ihrem Selbstmitleid, im Geschluchze, im Seelentief der von der Frauenwelt Alleingelassenen. Und wenn dann in "The caterpillar song" ein schwülstiger Chor "nanananana" anstimmt und McDaid ein unbestimmtes Gesäusel darüber setzt oder im anschließenden "Love breaks down" orchestrale Streicheleinheiten meterdick auftragen, dann trieft der Pathos aus allen Nähten wie klebrige Marmelade, die durch die kleinen Löchlein des Brotes auf den Teller sickert. Da wartet man wie gespannt auf einen Moment wie in "Shoot up hill" oder im Opener "Drifting away violently", bei dem eine anarchistische Gitarre die Melodie ein wenig zerhackt. Man wartet auf den Moment, in dem Vega 4 sich vom Plan A des perfekten Pop-Song wegbewegen.

Aber es gibt noch mehr Abzüge in der B-Note: wegen einiger B-Seiten nämlich, die auf "Satellites" vergessen wurden. Denn auf "Hearing Voices" (von der EP "Better Life") oder "Shine" und "So long forever" (von der EP "Love breaks down") zeigen die Songwriter John McDaid und Simon Walker ihr härteres Gesicht und lassen die Drosselklappe an der E-Gitarre offen. Da greift ein Rädchen ins andere, während die "Satellites" von Vega 4 mit halber Kraft orientierungslos durchs All driften.

(Daniel Löb)

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Highlights

  • Drifting away violently
  • Burn & Fade
  • Sing

Tracklist

  1. Drifting away violently
  2. Sing
  3. Radio song
  4. The caterpillar song
  5. Love breaks down
  6. Better life
  7. The love you had
  8. Satellite
  9. Shoot up hill
  10. Burn & fade
  11. Hallelujah

Gesamtspielzeit: 50:15 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Konsum
2005-08-24 15:43:16 Uhr
Better life ist für mich der absolute Übersong. Fand aber das andere Zeug, das ich gehört habe, konnte da bei weitem nicht mithalten. Leider.
yadias
2005-08-24 14:29:27 Uhr
Wenn auch verspätet (die Antwort^^), ich hab keine Ahnung. Derzeit weiß man eben, nur, dass überhaupt eins kommt. Hoffe mal so schnell wie möglich, hehe.
Smelvin
2005-08-08 10:23:47 Uhr
wann kommt denn das neue album?
yadias
2005-08-02 22:56:38 Uhr
Jo, dachte auch schon nichts mehr von ihnen zu hören. Umso mehr freut es mich. Sie und wir haben ein 2. Album unbedingt verdient. Schade, dass das erste (kommerziell) nicht so eingeschlagen ist. Aber das muss ja nichts schlechtes sein...
Lukas
2005-08-02 22:48:36 Uhr
Huiuiui! Ein zweites Album von denen würde mich durchaus interessieren, ich fand ja schon das Debüt ziemlich gelungen. Wahnsinns-Platte für Sommer und Herbst.
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