KT Tunstall - Invisible empire / Crescent moon

KT Tunstall- Invisible empire / Crescent moon

Virgin / Universal
VÖ: 07.06.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Die mit dem Wolf tanzt

KT Tunstall macht ernst. Sie hat es satt, die energiegeladene Frau mit der Gitarre zu sein. Jetzt ist sie Cowgirl. Der Hut steht ihr gut, die Stimmung auf "Invisible empire / Cresent moon" bereitet eher Sorgen um ihr Gemüt. Die neue KT ist sensibel und lässt ihre bisherige Musik in Vergessenheit geraten, während sie sich einem Sound widmet, dessen Inspiration geradewegs aus Nashville zu kommen scheint. Die Gitarre ist nicht mehr so derb wie auf den vohrigen LPs, dafür gibt es Texte voller Schmerz und Verletzlichkeit. Woher kommt diese Sensibilität? Den Schlagzeilen zufolge sind die Scheidung von Luke Bullen und ihre angebliche Finanzschwäche daran schuld. Tunstall scheint eine Frau zu sein, die gerade in letzter Zeit vieles verloren hat.

Ihre hier und da etwas kratzige Stimme ist geblieben. Und die kommt, trotz sanfteren Tönen, nach wie vor gut an. So auch beim Opener "Invisible empire", bei dem die Gitarre sanft gezupft zum Einsatz kommt. Tunstall klingt zerbrechlich, während sie davon singt, ein Haus zu verbrennen und in das Feuer hinein zu springen. Inhaltlich wird es in den folgenden Songs auch nicht fröhlicher. "I've been covered and cold / I've been shrouded in doubt", singt sie in der Auskopplung "Feel it all" und versprüht, wie auch auf dem restlichen Album, eine angenehme Schweremütigkeit. So viel Melancholie auf einmal ist selten auf einer Platte anzutreffen.

Von Eintönigkeit kann aber keine Rede sein. "Invisible empire / Cresent moon" beweist endlich, dass Tunstall auch etwas anderes als Rockmusik gut kann. Ihr zu unterstellen, dass sie sich jetzt als Country-Sängerin versuchen will, wäre aber auch nicht richtig. Jedoch scheinen die neuen Songs tatsächlich geradewegs aus einem modernen Western-Film zu stammen. Denn nicht selten sieht man das Bild der einsamen KT auf einem Pferd in der Prärie vor sich. Fans müssen sich damit abfinden: Die Tage des Kirschbaums, welcher auf dem Debütalbum "Eye to the telescope" noch besungen wurde, sind endgültig gezählt.

(Lena Zschirpe)

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Highlights

  • Feel it all
  • Invisible empire

Tracklist

  1. Invisible empire
  2. Made of glass
  3. How you kill me
  4. Carried
  5. Old man song
  6. Yellow flower
  7. Crescent moon
  8. Waiting on the heart
  9. Feel it all
  10. Chimes
  11. Honeydew
  12. No better shoulder
  13. Feel it all

Gesamtspielzeit: 49:14 min.

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