Wauvenfold - 3fold

Wauvenfold- 3fold

Wichita / Clearspot / EFA
VÖ: 24.05.2002

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Kleiner Lauschangriff

Wenn die Elektronen knirschen und die Bytes flattern, horcht der ambitionierte Teilzeit-Elektroniker immer wieder gerne auf. Das, was so unterschiedliche Klangbastler wie Aphex Twin, Boards Of Canada, Autechre oder Mouse On Mars fast bis zur Vervollkommnung betrieben haben, findet sich in der Schublade Electronic Listening wieder. Hörmusik also, die allerdings manchem eher als Kopfmucke vorkommen mag. Macht nix. Wo sitzen denn die Ohren? Na also!

Auch Wauvenfold durften sich schon mit miniaturisierten Beats und sanft strömenden Lautmalereien wiedermischenderweise an Tracks von Ruby, Brothers In Sound und den Super Furry Animals vergreifen. Die beiden Briten, zu deren knisternden Entwürfen schon John Peel voll des Lobes war, stehen derzeit daheim an ihren Laptops, um endlich ihr ersehntes Debütalbum zusammenzufrickeln. Für den kleinen Hörhunger zwischendurch wirft uns aber ihr Label mit "3fold" schon einmal eine Zusammenstellung der ersten drei EPs und einiger rarer Bonustracks entgegen. Schnappen ist also angesagt, denn wer nicht hören will, muß bügeln.

Mit Dampfbügeleisen haben Noel Murphy und Tom Hill, die schon vom wie üblich zurückhaltenden NME als größte Hoffnung der britischen Elektronik seit langen Zeiten gefeiert wurden, allerdings nur indirekt etwas zu tun. Statt nämlich das heiße Eisen plättenderweise auf die Unebenheiten ihrer Tracks loszulassen, füttern sie lieber den hungrigen Sampler mit dessen Schnaufen und anderem Geflüster von allerlei Haushaltsgerät. Wohl bekomm's!

So wird die verwirrte Lautlosigkeit zwischen den Schachtelbeats mit allerlei Merkwürdigkeiten gefüllt, ohne daß diese Blähungen im Sound verursachen könnten. Gerüchten, alternativ würde der Sampler die abstrakten Klangwolken eben ausrülpsen, soll hier allerdings entschieden entgegengetreten werden. Die analoge Eleganz, mit der uns Tracks wie "Selenium pulse" oder "Pixel stitched" zuzwinkern, wirkt trotz aller Abstraktion viel zu freundlich, um derlei Unflat zuzulassen. Natürlich kommen trotzdem auch immer mal wieder grummelnde und spuckende Schaltkreise zu Wort, aber "Stab" oder das bildlich betitelte "Podunk" hinterlassen niemals eklige Flecken. Statt dessen schweben fraktale Landschaften und zerstobene Laute beherzt umeinander und freuen sich darauf, bald gemütlich auch aus Deinem Kopfhörer zu tröpfeln. Wo sitzen noch mal die Ohren? Eben.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Clip
  • Selenium pulse
  • Residual
  • Pixel stitched

Tracklist

  1. Clip
  2. Podunk
  3. Selenium pulse
  4. Slightlyoutofocus
  5. Stab
  6. Residual
  7. JiGad
  8. Pixel stitched
  9. Eye bulb
  10. Obliq itch
  11. Fumble fibre
  12. Foil twitch
  13. Vessel
  14. Clip (clopt)

Gesamtspielzeit: 60:27 min.

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