Disclosure - Settle

Disclosure- Settle

Island / Universal
VÖ: 31.05.2013

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Frühstücke

Disclosure gehen steil. Darf wahlweise bejubelt oder missbilligt werden, ändert aber nichts an der Tatsache. Während seine gleichaltrigen Kumpels mit 15 Jahren das Moped frisierten und die Schamhaare stutzten, hatte Howard Lawrence aus dem britischen Surrey schon Besseres zu tun: Gemeinsam mit seinem drei Jahre älteren Bruder Guy veröffentlichte er die erste Single unter dem Namen Disclosure. Keine drei Jahre später ist das Duo gefragter als eine saubere Dusche nach vier Tagen Festival. Remix-Anfragen ohne Ende, Gigs im Vorprogramm von SBTRKT und Hot Chip und skurrilerweise ein Auftritt im Berliner Technotempel Berghain einerseits sowie Chart-und Top 10-Hits andererseits. Drahtseilakt, ick hör dir trapsen.

Disclosures Debütalbum "Settle" passiert nachts problemlos die verschränkten Türsteher-Arme des Undergroundclubs, verlässt das Lokal um fünf Uhr morgens, kehrt beim Bäcker ein, dreht den Schalter am Radio um und spielt den Rest ab. Die Chart-Hits der Lawrence-Brüder kommen eben nicht von ungefähr: Sie öffnen ihre Tracks mitunter bedenkenlos dem Pop. Weshalb urplötzlich Eliza Doolittle für viereinhalb Minuten "You & me" interessant erscheint. Aber immer noch gegen die beiden unfassbar guten Singles abstinkt, die bereits in den vergangenen Monaten kursierten. "Latch" schmeißt Sänger Sam Smith einen trockenen Beat vor die Neo-2-Step-Füße, der schüttelt sogleich seinen inneren Sam Sparro ab und führt dann soulig durch die Zeilen. Hätte vielleicht auch zu AlunaGeorge gepasst, aber dafür veredelt Sängerin Aluna Francis' gepitchte Stimme das höllisch groovende "White noise", während die Synthies einer singenden Säge ausweichen.

Disclosure verarbeiten auf "Settle" Bassmusik. 2-Step-Variationen, UK Garage, Future-Garage, Detroit-, Deep- und Chicago-House sind die Eckpfeiler dieses Albums, das sich im Mittelteil mit "Second chance" und "Voices" zwei Durchhänger erlaubt, dadurch an Länge gewinnt und auf diese gesehen etwas verliert. Auch das Soul-Gebaren von Friendly-Fires-Mann Ed MacFarlane ist zähes Material im direkten Vergleich mit "F for you" und "Confess to me", Jessie Wares gelungenem Dank für Disclosures Remix zu ihrem Song "Running". Ganz zauberhaft wartet am Ende eine Downbeat-Ballade mit den vielversprechenden London Grammar. Und Jamie Woon ist auch noch da. Fast den meisten Spaß aber macht die House-Predigt "When a fire starts to burn", die im "Intro" startet und irgendwo in den 90ern mit verschwitzten Hemden aufhört. Das wissen Disclosure am besten. Da waren sie höchstens fünf und acht Jahre alt.

(Stephan Müller)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • When a fire starts to burn
  • Latch (feat. Sam Smith)
  • White noise (feat. AlunaGeorge)
  • Help me lose my mind (feat. London Grammar)

Tracklist

  1. Intro
  2. When a fire starts to burn
  3. Latch (feat. Sam Smith)
  4. F for you
  5. White noise (feat. AlunaGeorge)
  6. Defeated no more (feat. Ed MacFarlane)
  7. Stimulation
  8. Voices (with Sasha Keable)
  9. Second chance
  10. Grab her
  11. You & me (feat. Eliza Doolittle)
  12. January (feat. Jamie Woon)
  13. Confess to me (feat. Jessie Ware)
  14. Help me lose my mind (feat. London Grammar)

Gesamtspielzeit: 61:00 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Nexyl

Postings: 56

Registriert seit 19.08.2013

2015-05-21 13:00:39 Uhr
Ich mag eigentlich nur zwei Sachen. Ihren Jessie Ware Remix und Boiling im Medlar Remix

Demon Cleaner

Postings: 5648

Registriert seit 15.05.2013

2015-05-21 11:48:25 Uhr
Im Club dürfte das auch noch ganz gut funktionieren, aber bei "Settle" war ja das tolle, das es auch daheim super anzuhören war.

Naja, wenn ich mich noch mal erinnere, war der Single-Remix von "F For You" mit Mary J. Blige schon sehr schwach. Vollkommen unpassende Vocals und wenn Blige ihre Textzeilen selbst geschrieben hat, frage ich mich, ob sie den (eigentlich nicht anspruchsvollen) Originaltext gelesen und verstanden hat.

Nexyl

Postings: 56

Registriert seit 19.08.2013

2015-05-17 15:54:00 Uhr
Das klingt wie eine Mischung aus EDM und dem ganzen langweiligen Tech House, den man überall in den Klubs momentan hört.

Demon Cleaner

Postings: 5648

Registriert seit 15.05.2013

2015-05-17 15:48:23 Uhr
Ihr schwächster Song überhaupt bisher. Schade.

Kacke

Postings: 714

Registriert seit 13.06.2013

2015-05-02 14:06:10 Uhr
Settle war genial, aber das hier ist Müll. Alleine schon die oberpeinlichen Lyrics...
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum