Maston - Shadows

Maston- Shadows

Trouble In Mind / Cargo
VÖ: 26.04.2013

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Man stelle sich, vor der nächste (und hoffentlich bessere) "Akte X"-Film spielt im Wilden Westen. Mulder trägt Cowboy-Hut, Scully kommt in die Szenerie geritten. Die Einwohner eines Ortes im tiefsten Texas berichten über das rätselhafte Verschwinden zweier Dorfbewohner - übernatürliche Phänomene seien dort im Gange. Das Agentenpaar löst den spektakulären Fall schließlich souverän wie eh und je. Fest steht: Gäbe es diese imaginäre Kino-Episode der Mystery-Urserie, Frank Maston aus Los Angeles würde mit "Shadows" den passenden Soundtrack liefern.

Vorspann: Die weite Prärie in der Abenddämmerung, in der Ferne ein aufdringlich rötliches Licht. Die Kamera fokussiert zwei Reiter am Horizont. Das rote Licht nähert sich den beiden und lässt sie mit einem Mal verschwinden. Die Kamera folgt dem grellen Schimmer, ehe das Bild in beißendem Hellrot aufgeht. "Strange rituals", untermalt die verstörenden Aufnahmen. Die Orgel verharrt im apathischen Rhythmus, die Posaune kündet vom drohenden Übel, die Gitarre schlägt schrillste Töne an.

Erste Szene: "Messages" geleitet die berittenen Agenten in den Ort. Es gäbe eine Nachricht, welche die beiden Verschwundenen hinterlassen hätten, heißt es dort. Das Tambourin schellt, der Bass wabert, die Gitarre klingelt, Geistergeheul umgibt den stotternden Gesang. Die Nachricht stammt von Mary, der Richterstochter: Sie berichtet von einer Reise mit einem Geisterzug, der sie und ihren Geliebten John ins Paradies brachte.

Szenenwechsel: Der Zuschauer beobachtet Mary und John auf einem Grashügel im schönsten Sonnenlicht. Sie küssen sich zärtlich. "Young hearts" erklingt, das Pärchen tanzt. "I know your heart is blue / because mine is too", haucht er ihr entgegen.

Schnitt: Scully spricht mit "Judge Alabaster", Marys Vater. Dieser berichtet von einem Streit mit John, denn der Taugenichts habe seine Tochter nicht verdient. Ehe er in Tränen ausbricht, fährt er die Agentin an: Es sei ihre Pflicht, ihm seine Tochter wiederzubringen. Der Rhythmus galoppiert wütend, ein heulender Chor beklagt die Umstände.

Überblende: Mulder und Scully beraten sich. Nachdem "King Conrad", der Vorsteher der Bahngesellschaft, vom Verschwinden eines Zuges berichtet hatte, glauben sie an einen Zusammenhang mit dem Geisterzug aus Marys Nachricht.

Cut: Erneut am Ort des Verschwindens entdecken sie einen zersplitterten Spiegel nahe der Bahngleise. Das wild-krachige "Mirror" stimmt an. Mulder geht davon aus, dass die Vermissten mithilfe diverser Spiegel eine geschickte Lichtreflexion erzeugt hatten, um ihr Durchbrennen zu verschleiern.

Showdown: Die Dämmerung hält Einzug. Den Gleisen folgend, erblicken die Agenten nach einiger Zeit ein grelles Rotlicht am Horizont. Sie reiten ihm entgegen und erkennen den abkömmlichen Zug und das vermisste Pärchen, welches sich nunmehr wegen Diebstahls verantworten muss. Die Nacht hält Einzug, "Night" erklingt. "You live your life as if it never ends", konstatiert Mulder den Liebenden gegenüber und ermahnt sie zu mehr Verantwortungsbewusstsein. Abblende.

Mastons Debütalbum bietet Spannung in schaurig-mysteriöser Tonalität, getragen von tiefatmosphärischen, prärieromantischen Soundkulissen, die von großer Handwerkskunst zeugen: Alle Instrumente und Tonelemente, die auf "Shadows" einfließen, stammen vom Künstler selbst. Analog eingefangen und im Lo-Fi-Schema produziert, schafft Maston phantasievolle HD-Szenerien, wie sie nur ein versierter Regisseur hätte ausgestalten können. Das ist ganz großes Kino.

(Pascal Bremmer)

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Highlights

  • Strange rituals
  • Messages
  • Young hearts
  • Mirror

Tracklist

  1. Strange rituals
  2. (You were) in love
  3. Messages
  4. Looks
  5. Young hearts
  6. Judge Alabaster
  7. King Conrad
  8. Flutter
  9. Mirror
  10. Night

Gesamtspielzeit: 26:49 min.

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