Crystal Fighters - Cave rave

Crystal Fighters- Cave rave

Different / PIAS / Rough Trade
VÖ: 24.05.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Da sind die irren Spanier wieder, möchte man sagen. Knapp zweieinhalb Jahre, nachdem "Star of love", das Debüt von Crystal Fighters endlich auch in Deutschland erschien, meldet sich das Fünferpack mit ihrem zweiten Album "Cave rave" zurück. Dass sie eigentlich nicht so richtig Spanier sind, juckt ja eigentlich niemanden. Sie machen fröhliche, baskisch angehauchte Folklore-Musik gepaart mit elektronischen Elementen und wurden ja zumindest in Spanien gegründet. Einige der britischen und amerikanischen Mitglieder sind ja sogar ins spanische Königreich übergesiedelt, und wenn man ganz genau hinhört, klingt Sänger Sebastian Pringle sogar manchmal, als hätte er einen leichten spanischen Akzent. So ein bisschen jedenfalls. Hauptsache irre.

Viel wichtiger als die Herkunft der Band ist ja ohnehin "Cave rave". Ebnete "Star of love" den Weg, öffnete Türen und brachte Crystal Fighters auf die Bühnen dieser Welt, auf denen sie eindrucksvoll unter Beweis stellten, wieviel Energie und Ausstrahlung sie haben, reißt das neue Album nebenher noch ein paar Mauern ein. In Zeiten, in denen sich viele Bands entweder darauf versteift haben, bierernst zu sein oder dauerdepressiv oder beides, ist den Beteiligten hier deutlich anzuhören, wieviel Spaß sie haben. Ziemlich simpel, oder? Und die gute Laune steckt an. Etwa wenn die ersten Töne von "Bridge of bones" ertönen, in denen Pringe vom Piano begleitet wird, bis schließlich ein ganzer Chor einsteigt, die Gitarre das Ganze zu einem grandiosen Popsong transformiert und der Hörer am Ende schließlich gospellike sein eigenes Gesangstalent miteinzubringen versucht. Praise the Lord - oder so.

Dann wäre da natürlich auch noch "You & I", die erste Single des Albums, die mitsamt ihres instagramgefilterten Videos den geradezu perfekten ersten Eindruck vermittelt. Beinahe reggaeartig gibt sich die Band hier, während das percussionslastige "LA calling" natürlich weitaus exotischer klingt, als die kalifornische Stadt wirklich ist. Das macht ein Stück weit auch den Reiz der Crystal Fighters aus, die sich so offensichtlich nicht um Konventionen kümmern, dass es sicher kein Zufall ist, dass sie hier und da immer mal als moderne Hippies bezeichnet werden. Da kommt ein rasanter Ausflug mit "Love natural" natürlich gerade recht, ebenso wie die Zeile "Feel love inside your heart forevermore" aus dem dröhnenden "Separator", das ohne Probleme auch auf "Star of love" gepasst hätte. Ordentlich spacig, irgendwie zwischen Electro und Folk, gibt sich dann auch noch der Schlusstrack "Everywhere", bei dem sich allein der Refrain nochmal als echtes Highlight herauskristallisiert. Spanien, England, USA, alles wurscht. Auf die Stimmung kommt es hier an, und die könnte kaum besser sein.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • LA calling
  • You & I
  • Bridge of bones
  • Everywhere

Tracklist

  1. Wave
  2. LA calling
  3. You & I
  4. Separator
  5. No man
  6. Bridge of bones
  7. Love natural
  8. Are we one
  9. These nights
  10. Everywhere

Gesamtspielzeit: 38:18 min.

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